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Gedächtnisbuch Oberösterreich

Projektidee

Das Gedächtnisbuch Oberösterreich ist eine fortlaufend erweiterte Sammlung von Biografien zu Personen, die im Nationalsozialismus aus den verschiedensten Gründen verfolgt waren oder durch widerständiges Handeln gegen das NS-Regime ihr Leben in Gefahr brachten. In einem jährlich stattfindenden Projektablauf werden Teilnehmer/innen aus den definierten Zielgruppen (siehe unten) zur historischen Recherche und Auseinandersetzung mit einer ausgewählten Biografie angeleitet. Ziel ist dabei die Gestaltung eines vierseitigen Porträts aus Text, Bild und/oder Dokumenten, das als bleibendes Zeugnis in das Gedächtnisbuch eingefügt wird. Diese "neuen Seiten" des Gedächtnisbuches werden jeweils bei der jährlich im Herbst stattfindenden feierlichen Präsentation aufgeschlagen. Ergebnis soll eine wachsende Sammlung von NS-Verfolgtenbiografien im regionalen Kontext Oberösterreichs sein, die im Medium Buch an zentralen Orten aufbewahrt und zugänglich sind. Das Gedächtnisbuch OÖ kann ab 27. November 2019 im Mariendom Linz und ab 2020 im verschütteten Raum des Linzer Schlossmuseums aufgeschlagen werden. Ziel ist es, das Gedächtnisbuch in verschiedene Kontexte des Erinnerns zu verorten und die erarbeiteten Biografien in die Gedenkkultur des Landes Oberösterreich einzubinden.

Das Projekt verbindet zivilgesellschaftliche Erinnerungskultur mit historisch-biografischem Lernen: Für die Teilnahme sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Unter historischer und pädagogischer Anleitung sammeln die Teilnehmenden zunächst selbständig Informationen über Lebensweg, Schicksal, Familie, Weltbild etc. der ausgewählten Person. Danach wird die Auseinandersetzung durch das Verfassen und Gestalten der Biografien für das Gedächtnisbuch intensiviert. Damit werden nicht nur die Geschichten ehemals verfolgter bzw. widerständiger Personen im kollektiven Gedächtnis bewahrt und neue Quellen erschlossen, sondern auch in Beziehung zur eigenen Biografie und Gegenwart gesetzt. 

Das Projekt entstand in Anlehnung an das Projekt Gedächtnisbuch Dachau.

Trägerkreis: Projektgruppe "Gedächtnisbuch OÖ"

Das Projekt "Gedächtnisbuch Oberösterreich" wird von einer unabhängigen Projektgruppe getragen, die sich im Jahr 2019 aus einer Kooperation von Institutionen und Einzelpersonen gebildet hat. Zum Trägerkreis gehören derzeit: 

 

Kooperationspartner

Die Projektgruppe hat zudem bereits zahlreiche Kooperationen aufgebaut bzw. vorbereitet, um die Durchführung des Projektes bestmöglich vorzubereiten. Dazu gehören: Erinnern.at, Archive (Oberösterreichisches Landesarchiv, Diözesanarchiv Linz, etc.), Gedenkstätten und -initiativen.  

Organisationsstruktur

Der Trägerkreis koordiniert den jährlichen Ablauf des fortlaufenden Projektes. Am Beginn eines jeden Projektjahres steht die Ausschreibung und Anmeldefrist für ehrenamtliche Projektteilnehmer/innen (Einzelpersonen oder Gruppen). Nach einer Auswahl (10 Gruppen bzw. Einzelpersonen) der eingereichten Projekte durch das Projektteam werden die Teilnehmer/innen durch das FFJI und die PPH inhaltlich betreut.

Die Projektbetreuung beginnt mit einem gemeinsamen Tag für alle Projektteilnehmer/innen in Linz, wo eine umfassende Einführung in die Projektarbeit angeboten wird. Die Einführung beinhaltet Module zu den Themen wissenschaftliches Recherchieren, Literatursuche, Quellensicherung, Interviewführung, Erinnerungskultur, Archivbesuch und biografisches Schreiben. 

In einem weiteren Treffen (=Halbzeittreffen) der gesamten Projektteilnehmer/innen werden Erfahrungen und Arbeitsstände ausgetauscht, sowie historische und pädagogische Impulse durch die Projektgruppe gesetzt. In der Projektbetreuung soll die Auswertung der Quellen, die Erstellung der Biografie, sowie die Reflexion der "Beziehungen" zwischen dem "ich" und der "Biografie" intensiviert werden. In Summe hat die Projektbetreuung, historische, politische, psychologische, ethische, religiösen oder auch datenrechtliche Fragen im Blick zu haben, um eine bildungsorientierte Vermittlungsarbeit anzubieten. 

Die Fertigstellung und Abgabe der vierseitigen Biografie erfolgt jeweils bis zum 30. September. Im November werden jeweils die neuen Seiten des Gedächtnisbuches im Rahmen einer öffentlichen Feier "aufgeschlagen". Die Veranstaltung wird von den Projektträger/innen zusammen mit den Teilnehmenden organisiert und vorgestellt. 

Die Medienarbeit und Gesamtorganisation der jährlichen Präsentation liegt beim Trägerkreis. 

Zielgruppen

  • Familienangehörige (2.,3.,4. Generation) von Opfern bzw. Verfolgten
  • Örtliche Personenkomitees und Initiativen in OÖ mit Interesse an NS-Ortsgeschichte
  • Außerschulische Jugendorganisationen (Katholische Jugend OÖ, Bundes Jugendvertretung, Jugendzentren)
  • Studierende der Universitäten und Pädagogischen Hochschulen in Linz, Schulgruppen mit Schwerpunktsetzungen im Bereich der NS-Geschichte und Erinnerung.

Projektpräsentation 2019

Das Projekt wird am 27. November um 16 Uhr mit den ersten neun Biografien im Linzer Mariendom der Öffentlichkeit präsentiert. Einladungsfolder

Anmeldung 2020

Information zur Projektteilnahme im Jahr 2020 folgen! 

Kontakt

Email: ffji[at]ku-linz.at