Sommerschule - Bioethik im Kontext XII: Natur und Normativität

Allgemeine Information

Die Reihe der internationalen und interdisziplinären Sommerschulen zur Integrativen Bioethik wird vom 30. Juni bis 4. Juli an der Katholischen Privat-Universität in Linz/Österreich fortgesetzt. Die Veranstaltung wird im Rahmen des ERASMUS-Projekts als Blended Intensive Programme (BIP) organisiert. Das diesjährige Thema lautet „Natur und Normativität“. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom Institut für Praktische Philosophie/Ethik der Katholischen Privat-Universität Linz in Kooperation mit dem Lehrgebiet „Praktische Philosophie – Ethik, Recht, Ökonomie“ des Instituts für Philosophie der FernUniversität in Hagen, der Katholischen Stiftungshochschule München-University of Applied Sciences, der Universität Zagreb, der Aristoteles-Universität Thessaloniki, der Universität von Kreta (UoC) sowie der Universität Sofia „St. Kliment Ohridsky“.

Die Integrative Bioethik strebt danach, bioethische Fragen und Probleme aus größeren, übergreifenden Zusammenhängen heraus zu verstehen. Ein solcher Zusammenhang ist zweifellos die Verhältnisbestimmung von Natur und Normativität. In normativen Aussagen wird das Verhältnis des Menschen zur Welt sowie zu sich selbst ausgedrückt. Die aktuellen Debatten um die ökologischen Krisen sind durch markante normative Bezüge geprägt. Seit Jahrzehnten sind umweltethische Diskussionen durch gegensätzliche Begründungsansätze von Verbindlichkeitsansprüchen geprägt (z.B. Pathozentrismus vs. Anthropozentrismus etc.). Dabei wird stets in unterschiedlicher Weise eine Weise von „Eigennormativität“ des Natürlichen in Anspruch genommen, die es im menschlichen Handeln zu achten gilt. Doch inwiefern ist eine Eigennormativität des Natürlichen überhaupt begründbar? Unter dem Vorzeichen einer wissenschaftlichen und technischen Betrachtung der Natur ist nämlich so etwas wie ein Selbstsein des Natürlichen von vornherein ausgeschlossen. Das natürlich Seiende wird da zum bloßen Material für beliebige Zwecksetzungen und Manipulationen. Mit welchem Recht lässt sich also von normativen Ansprüchen an das menschliche Handeln in Bezug auf die Natur reden, die über den Horizont von Nützlichkeitskalkülen hinausgehen? 

Die Sommerschule soll einerseits grundlegenden Fragen wie dieser im Rekurs auf maßgebliche Einsichten und Argumentationsformen der Philosophie nachgehen. Andererseits soll sie auch Gelegenheit dazu geben, dieses Thema anhand konkreter Phänomene und Fragestellungen aus den Horizonten der Einzelwissenschaften aufzugreifen. Inwiefern sind normative Bestimmungen in den einzelwissenschaftlichen und technischen Bezugnahmen auf die Natur enthalten, z.B. in Rekursen auf „Normalität“ bzw. „Normwerte“, die Unterscheidung von Gesundheit und Krankheit etc.? Schließlich: Gibt es eine Botschaft der Integrativen Bioethik, die diese weitreichenden Zusammenhänge einbeziehen kann, für das Treffen bioethischer Entscheidungen?

Frühere Veranstaltungen am Fachbereich Philosophie

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