Nachlass Friedrich Goffitzer
Friedrich Goffitzer (1927–2010), Architekt und Professor der Meisterklasse für Architektur an der Kunstuniversität Linz.
Leben und Werk




Friedrich Goffitzer (1927–2010) war Architekt und Professor der Meisterklasse für Architektur an der Kunstuniversität Linz. Sein Werk und sein Nachlass sind breit gefächert; neben Bauten und Architekturentwürfen hinterließ er auch Ausstellungsgestaltungen, Bühnenbild-Visionen, Entwürfe für Industrie und Design sowie Studien zu Harmonik und Proportion. Ein großer Teil dieser Arbeiten sind in Oberösterreich, bzw. in Kooperation mit oberösterreichischen Firmen umgesetzt worden.
Als Architekt war Goffitzer von der Moderne des Internationalen Stils geprägt, die er mit seiner ausgeprägten Neigung für Proportionen und noble Materialien in den Innenräumen neu interpretierte. Mit seinen Bauten und später mit seiner Lehrtätigkeit leistete Goffitzer einen wesentlichen Anteil zur kulturellen Identitätsfindung insbesondere der Stadt Linz.
Von besonderer Bedeutung sind die 1963 von ihm entworfene neue Synagoge in Linz, die Zentralwerkstätte der Firma Leischko (1965), das Bürogebäude des OÖAMTC (1962/63), die Neue Galerie der Stadt Linz (1978), sowie zahlreiche private Wohnhäuser bis hin zu Straßenbahn- und Buswartehäuschen in Linz.
Als Mitglied des oberösterreichischen Werkbundes war Goffitzer aktiv an der Vernetzung der verschiedenen Kunstsparten beteiligt, wovon zahlreiche Kooperationen mit oberösterreichischen KünstlerInnen zeugen. Besonders zu nennen sind der Maler Fritz Fröhlich (u.a. bei der Realisierung der Wandmalereien (Fresken) zum Thema „Zwölf Stämme Israels“ in der Linzer Synagoge), die Goldschmiedin und Emailleurin Jucunda Wagner-Weinmeister (u.a. im Rahmen der 13. Triennale, Mailand), der Maler und Grafiker Rudolf Kolbitsch (u.a. Wandtafeln für den Autosalon Peugeot-Leischko, Linz) und der Bildhauer Kurt Ohnsorg (u.a. Gestaltung der keramischen Reliefplatten für das Bürogebäude des OÖAMTC, Linz).
Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt stellt die Auseinandersetzung Goffitzers mit den Anforderungen barrierefreien Bauens dar. Ab 1976 leitete er das österreichische Forschungsinstitut für barrierefreies Bauen ÖFIBU in dessen Rahmen er nicht nur Bauten wie das Gebäude für Blindenverband Linz, sondern sich auch mit Produktdesign für Pflegemöbel auseinander setzte.
Nach dem Tod Goffitzers wurde der Nachlass durch Maria Weinberger anlässlich ihrer Masterthesis an der Katholisch-Theologischen Universität Linz („Geborgen. Friedrich Goffitzers Synagoge für Linz“ Masterarbeit an der KTU Linz, Institut für Kunstwissenschaften und Philosophie, Juli 2014) erstmals aufgearbeitet. Dezember 2014 – März 2015 waren Teile des Nachlasses anlässlich einer Personale im Architekturforum OÖ zu sehen (Fritz Goffitzer 1927 – 2010).
Mit 1. April 2015 wurde der Nachlass mit allen Rechten und Pflichten von Frau Waltraud Goffitzer-Talhammer der Diözesan- und Universitätsbibliothek an der Katholisch-Theologischen Universität Linz übergeben.
Der Nachlass in Zahlen
Der Nachlass Friedrich Goffitzers umfasst umfangreiche Bestände an Architekturplänen, Fotografien, Entwürfen und weiteren Materialien.
sowie 70 Präsentationstableaus und weitere Materialien.
Das Erschließungsprojekt
Die archivarische Erfassung und digitale Bereitstellung des Nachlasses bewahrt wichtige Zeugnisse der Architekturgeschichte und schafft neue Möglichkeiten für die wissenschaftliche Forschung.
Ziel des Projektes
Zahlreiche von Friedrich Goffitzer geschaffene Bauten sind durch Umbauten oder Abriss bereits verloren gegangen. Sie sind heute nur noch durch Pläne, Skizzen und Fotografien seines Nachlasses dokumentiert.
Die archivarische Erfassung und digitale Bereitstellung des Nachlasses leistet daher einen wichtigen Beitrag zur Architekturgeschichte Oberösterreichs und insbesondere zur Erforschung des internationalen Synagogenbaus.
Das Projekt soll die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Werk dieses über Oberösterreich hinaus bedeutenden Architekten fördern. Künftige Forscherinnen und Forscher sollen über den Bibliotheksserver der Katholischen Privat-Universität Linz digital auf Bild- und Textinformationen zu den Nachlassobjekten zugreifen und diese unter Einhaltung wissenschaftlicher Standards für ihre Forschungen nutzen können.
Geplante Durchführung und Methode
Die Verzeichnung des Nachlasses erfolgt nach dem internationalen archivischen Erschließungsstandard ISAD(G).
Die Erfassung ist zunächst in einer Excel-Tabelle vorgesehen. Anschließend besteht die Möglichkeit, die Daten in ein Archivprogramm zu übertragen, das an die Strukturen des Diözesanarchivs Linz anschließt.
Förderung und Unterstützung
Die Erschließung des Nachlasses Friedrich Goffitzer wird durch die Unterstützung verschiedener Fördergeber und Partner ermöglicht.
Unser Tipp
Entdecken Sie weitere Informationen zu den historischen Beständen und Sammlungen der Diözesanbibliothek Linz.
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