Die Liturgiesprache. Ein Komplex von Herausforderungen

Fachtagung am Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie

12.−14. März 2026

Die Sprache der Liturgie ist seit der Liturgiereform ein Dauerbrenner. Ging es nach dem Zweiten Vaticanum vorrangig darum, den Wechsel vom Lateinischen in die Volkssprachen zu vollziehen und überhaupt erst ein angemessenes Idiom zu finden, geraten heute andere Anforderungen ins Bewusstsein.

Die Herausforderungen, vor denen die Liturgiesprache heute steht, sind vielfältig:
Regelmäßig wurde etwa in den Rückmeldungen beim weltweiten Synodalen Prozess angesprochen, dass für viele die Sprache im Gottesdienst kaum noch verständlich sei und sie die Menschen nicht mehr erreiche. Doch die Vorstellungen reichen hier weit auseinander und sind kaum unter einen Nenner zu bringen.
Auf der anderen Seite existiert auch innerhalb der Liturgiewissenschaft mittlerweile eine Vielfalt an Ansätzen, was Liturgiesprache sei, welche Funktionen sie erfülle und welchen Stellenwert sie im Gottesdienst einnehme. Laufende Revisionsvorhaben zum Messbuch und Benediktionale versuchen, auf die Zukunft hin zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Schließlich gelangen Anliegen und Bedürfnisse von Getauften in den Vordergrund, die früher höchstens als periphere Phänomene wahrgenommen wurden: In der Kategorialen Pastoral ist die Liturgiesprache gefordert, bei Menschen in Demenz, mit Behinderung(en) oder mit Lernschwierigkeiten Wege zu finden, die tätige Teilnahme zu fördern oder überhaupt erst zu ermöglichen.

Ziel der Tagung:
Die Tagung widmet sich der breiten und in sich komplexen Thematik der Liturgiesprache in interdisziplinärer und ökumenischer Weite sowie mit pastoralliturgischem Grundanliegen. Die Vorträge sind in thematische Panels gruppiert, welche als komplementäre Zugänge die gegenwärtigen Herausforderungen fokussieren. So verschränken sich fundamental- und pastoralliturgische Perspektiven mit musikalischer, sprachwissenschaftlicher und journalistischer Expertise. Im liturgiewissenschaftlichen Fachgespräch möchte die Tagung angesichts multipler Baustellen im Bereich der Liturgiesprache die aktuellen Herausforderungen identifizieren, systematisieren und den Diskurs intensivieren.

Programmfolder

Ort
Katholische Privat-Universität Linz
Bethlehemstraße 20
4020 Linz

Anmeldung zur Fachtagung bis 28. Februar 2026 per E-Mail unter e.mikota[at]ku-linz.at

Organisation
Ass.-Prof. Dr. Dr. Predrag BUKOVEC
Univ.-Prof. Dr. Ewald VOLGGER OT

Donnerstag, 12. März 2026

Öffentlicher Abendvortrag

18:00 Grußworte des Rektors

18:15 Ewald VOLGGER OT | Predrag BUKOVEC
Einführung ins Tagungsthema

18:30 Tarek LEITNER (ORF)
Sprechen im öffentlichen Raum

19:30 Empfang

Freitag, 13. März 2026

Erkundungen zum Wesen der Liturgiesprache

08:00 Christoph NIEMAND (Linz)
Zur Sprachgestalt der biblischen Lesungen nach der aktuellen Einheitsübersetzung

08:45 Predrag BUKOVEC (Linz)
Sprache braucht Form: Die Textgattungen der Liturgie

09:30 OKR Jochen ARNOLD (Bielefeld)
Musikalische, sprachliche und theologische Kriterien für die Liedauswahl

10:15 Pause

Quo vadis, Liturgiesprache?
10:45 Ewald VOLGGER OT (Linz)
Im Rückblick: Die Liturgiesprache seit dem II. Vaticanum im deutschen Sprachgebiet

12:00 Mittagsgebet (E. N. Donhoffer OPraem)

14:00 Klára A. CSISZÁR (Linz)
Was sagt das Volk Gottes zur Sprache der Liturgie? Synodale Stimmen zwischen Kritik und Sehnsucht

14:45 Alexander ZERFAß (Salzburg)
Aller guten Dinge sind drei: Kriterien und Herausforderungen der Liturgiesprache bei der laufenden Messbuch-Revision

15:30 Johannes FEIERABEND OSB (Salzburg)
Vom Wort zum Segen – Auf dem Weg zu einem neuen Benediktionale

16:15 Pause

Performativität und Musikalität

16:45 Dorothea HASPELMATH-FINATTI (Wien)
„Wozu diese Vergeudung?“ Von der Not-Wendigkeit gesungener Liturgie

17:30 Ewald N. DONHOFFER OPraem (Linz)
Die Theologie der Kirchenmusik

18:15 Daniel MAIR (Wien)
Kantillation, Textdeklamation und liturgisches Rezitativ zwischen Sprachklang und Klangsprache

Samstag, 14. März 2026

08:00 Andacht in Leichter Sprache (Prälatin A. Gidion)

Sprachebenen, Partizipation und Inklusion

08:45 Sebastian KÜRSCHNER (Eichstätt)
Aktuelle Entwicklungen in der deutschen Sprache und Liturgiesprache

09:30 Bischof Manfred SCHEUER (Linz)
Überlegungen eines Bischofs zur Liturgiesprache

10:15 Pause

10:45 Christoph FREILINGER (Salzburg)
“Das crazy": Fehlen uns die Worte im Gottesdienst mit Kindern und Jugendlichen?

11:30 Prälatin Anne GIDION (Berlin | Brüssel)
Das Schwere leicht gesagt – Leichte Sprache als Gebetssprache

12:15 Franz J. ZEßNER-SPITZENBERG | Renate TRAUNER (Wien)
Inklusiv sprachen – Menschen in Demenz und Menschen mit intellektueller und mehrfacher Behinderung