Vortrag: Sakraler Raum im Wandel am Beispiel Pfarrkirche Steyr.

17. November 2026

16:00 - 18:00 Uhr

KU Linz: Hörsaal 1

Am 17. November 2026 zeigt Kunsthistorikerin und Bauforscherin Sophie Morawitz in ihrem Gastvortrag, wie sich unter Einfluss der Bürgerfamilien der Eisenstadt Steyr die Architektur, Ausstattung und Nutzung der Stadtpfarrkirche St. Ägidius und Koloman vom Spätmittelalter bis zur Gegenreformation veränderte.

Sakraler Raum im Wandel: 

Architektur, Ausstattung und Nutzung der Stadtpfarrkirche St. Ägidius und Koloman in Steyr vom Spätmittelalter bis zur Gegenreformation


Die Stadtpfarrkirche St. Ägidius und Koloman in Steyr war von jeher auf das Engste mit der Geschichte der zu ihren Füßen liegenden Stadt verbunden und fungierte für ihre Einwohner:innen zudem als eine Art Mikrokosmos, der ihren Alltag bestimmte und in allen Etappen ihres Lebens prägte.

Der genaue Blick zeigt aber auch: Die räumliche und strukturelle Realität des Kirchenbaus war weder von Klerus, Adel oder Baumeistern vorgegeben, sondern steingewordenes Abbild der sozialen Hierarchien der durch den Eisenhandel reich gewordenen Stadtgemeinde. Über Generationen ließen die Bürgerfamilien die Kirche mit kostspieligen Stiftungen aller Art ausstatten und formten im Zuge dessen sakralräumliche Systeme, die fassettenreiche Einblicke in vielschichtige Nutzungsprozesse und sich stetig wandelnde Werte und Vorstellungen gewähren. 

Wie diese im 15. und 16. Jahrhundert aussahen, möchte der Vortrag am Beispiel monumentaler Glasmalereien, gemeißelter und gemalter Grabdenkmäler sowie einer eigenständigen Kapellenstiftung greifbar machen.

Über die Referentin
Sophie Morawitz, BA MA studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien, wo sie 2026 zu den mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Stiftermotivationen der Stadtpfarrkirche St. Ägidius und Koloman in Steyr promovierte. Bisher publizierte und forschte sie medienübergreifend zur Kunst, Alltagskultur und Architektur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, insbesondere zur mitteleuropäischen Architekturlandschaft des 15. Jahrhunderts und dem Stiftungswesen des 15. und 16. Jahrhunderts. Ihre Forschungen wurden u. a. mit dem Gombrich-Preis der Kunsthistorischen Gesellschaft der Universität Wien und dem Bader-Preis für Kunstgeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften ausgezeichnet. 
Aktuell ist sie als freischaffende Kunsthistorikerin und Bauforscherin tätig und setzt sich in ihrer Freizeit im Rahmen des Instagram-Accounts @medievalaustria für die Vermittlung mittelalterlicher Kunst und Architektur in Österreich ein.  

Der Gastvortrag findet im Rahmen der Lehrveranstaltung Architekturgeschichte I von Univ.-Prof.in Dr.in Anna Minta (Institut für Geschichte und Theorie der Architektur) statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.

15.10.2026/KH