Vortrag: Künstlerische Praxen und Arbeitsrealitäten.
03. Dezember 2026
14:00 - 15:30 Uhr
KU Linz: Hörsaal 5

Arbeitswelt: Anmerkungen zu Produktivität und Solidarität
Die Frage, wie sich Arbeitsrealitäten und soziale Beziehungen der Arbeit gestalten, wird aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven untersucht. Das Forschungsprojekt ARBEITSWELT: ANMERKUNGEN ZU PRODUKTIVITÄT UND SOLIDARITÄT widmet sich der Frage, wie künstlerische Praxen die Bedingungen der Arbeit verhandeln, darstellen und kritisieren und wie sie sich mit ökonomischen Methoden und Darstellungsweisen von Arbeitsrealitäten verschränken lassen. Im Zentrum des Vortrags stehen die Arbeitsweisen von Nadija Mustapić, Milijana Babić, Zeljka Aleksić, Anna Hofbauer und Nika Rukavina. Anhand ihrer künstlerischen Praxen wird untersucht, wie Arbeit als räumliche, körperliche, biografische und soziale Erfahrung sichtbar und verhandelbar wird. Dabei richtet sich das Interesse auch auf die Rolle der Arbeitsstätte als Ort, an dem ökonomische Strukturen, materielle Bedingungen und soziale Beziehungen aufeinandertreffen.
Ausgehend von der Frage, wie sich künstlerische und ökonomische Zugänge zueinander in Beziehung setzen lassen, wird das Potenzial eines Layerings unterschiedlicher methodologischer Ansätze ausgelotet. Wie können quantitative Modelle und künstlerische Darstellungsweisen miteinander verschränkt werden, um unterschiedliche Dimensionen der Arbeit erfassbar zu machen? Und welche Erkenntnismöglichkeiten entstehen aus dieser Verbindung, ohne die jeweiligen Differenzen und Widersprüche aufzulösen? Der Vortrag versteht die interdisziplinäre Verschränkung nicht als Vereinheitlichung unterschiedlicher Wissensformen, sondern als Möglichkeit, die Darstellbarkeit und Verhandelbarkeit von Arbeitsrealitäten neu zu befragen und das Verhältnis von Produktivität und Solidarität aus unterschiedlichen Perspektiven zu untersuchen.
Über die Referentin
MMag.a Dr.in Anamarija Batista studierte Kunstgeschichte und Wirtschaftswissenschaften. In ihrer Dissertation untersuchte sie das Verhältnis von Architektur und Klang und widmete sich der Frage, wie künstlerische Praktiken der Sound Art und architektonische Raumkonzepte akustische Räume hervorbringen, gestalten und verhandeln. Sie initiierte und leitete mehrere Forschungsprojekte, darunter Artist as Urban Planner (Österreichische Akademie der Wissenschaften), Obsolete City (Robert Bosch Stiftung), Collective Utopias of Post-War Modernism: The Adriatic Coast as a Leisure and Defence Paradise (FWF) sowie Work and Coercion (COST Action). Darüber hinaus kuratierte sie Ausstellungen, darunter Freie Zeit (Kunstraum Innsbruck), Witches, Orientalism & Unconsciousness as Protagonists of Viennese Modernity (Österreichisches Kulturforum Warschau) und Productive Work – What Is It Supposed to Be? (MQ Freiraum, MuseumsQuartier Wien). Als Herausgeberin verantwortete sie zahlreiche Publikationen, darunter Rethinking Density: Art, Culture, and Urban Practices (Sternberg Press), Notions of Temporalities in Artistic Practice (De Gruyter) und Coercion and Wage Labour: Exploring Labour Relations through History and Art (UCL Press). 2025 erschien ihre gemeinsam mit Julia Siedle verfasste Monografie Rethinking Obsolete Typologies: Transformation Potentials and Scenarios bei Birkhäuser. Derzeit leitet sie das vom Österreichischen Wissenschaftsfonds (FWF) geförderte Forschungsprojekt Labour Relations: Annotations on Productivity and Solidarity, das sich mit Arbeitsverhältnissen, Produktivität und Solidarität auseinandersetzt.
Der Gastvortrag findet im Rahmen der Lehrveranstaltung Berufsfeld Kunst und Künstlerische Forschung von Univ.-Prof.in Dr.in Elisabeth Fritz (Institut für Geschichte und Theorie der Kunst) statt. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung nicht erforderlich.
21.10.2026/KH
