Katholische Universitäten im Dialog: Zwischen Anspruch und Wirksamkeit.

Unter dem Titel „Branding Catholic Universities in a Changing Higher Education Landscape“ trafen sich Führungskräfte, Forschende und Kommunikationsverantwortliche katholischer Hochschulen aus 23 Ländern in fünf Kontinenten auf Einladung der Internationalen Föderation katholischer Universitäten (IFCU) und der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen (katho NRW) von 19. bis 21. Oktober 2026 im Rahmen eines internationalen Kongresses in Köln.

Wie können katholische Hochschulen vermitteln, was sie auszeichnet? Welche Erfahrungen untermauern ihre Glaubwürdigkeit? Und wie können sie ihren Beitrag zu den Gesellschaften, in denen sie tätig sind, stärken? Im Mittelpunkt der dreitägigen Tagung standen Fragen nach der Positionierung katholischer Hochschulen – nach Selbstverständnis, Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und gesellschaftlichen Wirkung. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Workshops wurde erörtert, wie gelebte Werte, wissenschaftliche Qualität und gesellschaftliches Engagement zu einem klaren Profil beitragen können. Durch die Verbindung von Plenarvorträgen, Diskussionen, Workshops und Pausengesprächen wurde die Verschiedenheit der Rahmenbedingungen und auch der Zielsetzungen deutlich: Universitäten, die vor dem Hintergrund der Kriegssituation offene Räume bieten wollen, Universitäten, die angesichts von Gewalt und Bürgerkrieg sichere Orte für den Diskurs schaffen, Universitäten, die wissenschaftliche Integrität und Exzellenz in einem Umfeld weitverbreiteter gesellschaftlicher Korruption verbürgen, Universitäten, die trotz massiver Reisebeschränkungen und Kontrollen Zugang zu Bildung und Wissenschaft öffnen.

Besondere Impulse kamen aus Lwiw (Ukraine), aus Bethlehem (Palästina), aus Guatemala, Zimbabwe, Nigeria und Macao. Anhand konkreter Beispiele wurde gezeigt, wie Hochschulen soziale Verantwortung übernehmen, internationale Kooperationen stärken und Bildung als Beitrag zum Gemeinwohl verstehen. Themen wie Menschenwürde, Nachhaltigkeit, Demokratie, Inklusion, Internationalisierung und verantwortungsvoller Umgang mit neuen Technologien prägten die Diskussionen.

Ein zentrales Fazit des Kongresses: Katholische Universitäten gewinnen dort an Glaubwürdigkeit und Einfluss, wo ihre Werte nicht nur kommuniziert, sondern im Hochschulalltag sichtbar gelebt werden. Kommunikation wurde dabei als strategische Aufgabe verstanden, die Identität, Vertrauen und gesellschaftliche Wirkung miteinander verbindet.

Der Kongress bot zudem eine wichtige Plattform für internationalen Austausch und Vernetzung. Die in Köln geknüpften Kontakte sollen bei einem weiteren Treffen der IFCU im Herbst 2027 in Zagreb vertieft werden.

2.11.2026/HE