Exkursion ins Klinikum Mauer: Moraltheologie und Psychiatrie im Dialog.

Wenn ethische Fragen um das Leben des Menschen anstehen, finden Theologie und Kirchen in europäischen Gesellschaften nach wie vor Gehör. Unter dem Titel „Als Gottes Ebenbild“ widmet sich Universitätsprofessor Michael Rosenberger im Wintersemester 2026/27 in seiner Vorlesung aus dem Fachbereich Bioethik einem verantworteten Umgang mit dem menschlichen Leben.
Psychische Erkrankungen und Themen der Psychiatrie sind trotz zunehmender gesellschaftlicher Sensibilisierung vielerorts noch immer mit Vorurteilen und Tabus behaftet. Auch in der Moraltheologie wurden diese Inhalte bislang nur selten aufgegriffen und wissenschaftlich reflektiert. Wie aber gehen wir als Gesellschaft mit psychischen Erkrankungen um? Um Einblick in aktuelle Fragestellungen an der Schnittstelle von Psychiatrie, Ethik und Gesellschaft zu gewinnen, lud das Institut für Moraltheologie unter der Leitung von Univ.-Prof. Michael Rosenberger und Univ.-Ass. Viktoria Puchner Studierende und Interessierte am 22. Oktober 2026 zu einer Exkursion ins Landesklinikum Mauer:
Einleitend stand der Besuch der Niederösterreichischen Landesausstellung 2026 „Wenn die Welt Kopf steht. Mensch. Psyche. Gesundheit.“ auf dem Programm, die am Gelände des Landesklinikums stattfindet. Diese informiert über die Geschichte der Psychiatrie, über den gesellschaftlichen Umgang mit psychischen Erkrankungen sowie über Behandlungsmethoden im Wandel der Zeit. Es zeigt sich, dass seelische Gesundheit längst kein Randthema mehr ist. Es geht darum, Verständnis zu fördern und Vorurteile abzubauen.
Eine Besonderheit am Krankenhausareal ist auch die im Jugendstil errichtete Kirche. Hervorzuheben ist dabei insbesondere die von Anfang an geplante Doppelnutzung sowohl als Kirche als auch als Festsaal, so Michael Rosenberger.
Abschließend folgte eine Seminareinheit mit dem renommierten Linzer Psychiater Markus Fischl, der nicht nur Einblicke in seine Tätigkeit am Neuromed Campus in Linz gab, sondern auch sehr ausführlich auf Fragen der Teilnehmenden einging. Von besonderem Interesse waren dabei vor allem ethische Fragestellungen in Zusammenhang mit der alltäglichen psychiatrischen Praxis.
28.10.2026/HE


