Elisabeth Fritz

PS Ausgewählte Themen der Kunst- und Architekturgeschichte: Ritual, Zeremonie, Spektakel. Feste als Motiv der Bildkünste von der Neuzeit bis zur Gegenwart

Kurzbeschreibung

Feste sind die „außergewöhnlichen Momente in unserem Leben, in denen dieses selbst, ästhetisch verwandelt, vor uns tritt“ (Bubner 1989). Als Rituale des Übergangs und Rollenwechsels, der Entlastung und Enthemmung haben Feiern und Feste eine zentrale Be-deutung im religiösen wie säkularen Zusammenhang. Sie können Dank und Ehre ebenso zum Ausdruck bringen wie Opfer und Sühne und zugleich die gesellschaftliche Ordnung festigen, wiederherstellen oder unterlaufen. Aufgrund ihrer Verknüpfung verschiedener ästhetischer Reize sowie ihres besonderen Verhältnisses zu Raum und Zeit sind Feste nicht zuletzt ein äußerst interessanter Gegenstand für die Bildkünste. Im Seminar analysieren wir ikonographische und ästhetische Spezifika bei der Darstellung von Festen anhand von Beispielen aus der Kunst von der frühen Neuzeit bis zur Gegenwart. Es wird also nicht um die Gestaltung konkreter Feiern gehen, sondern um deren künstlerische Verarbeitung zu Bildern, die vom dokumentarischen Bericht bis hin zur freien Imagination oder sogar Überbietung der realen Ereignisse reichen. In unterschiedlichen Medien (z. B. Malerei, Graphik, Fotografie und Videoinstallation) setzen sich Künstlerinnen und Künstler auf repräsentative, verklärende, humorvolle, provokative oder kritische Weise mit dem Motiv des Festes auseinander und reflektieren dabei auch die Bedingungen der eingesetzten Bildmedien in Analogie oder Differenz zur Ästhetik der dargestellten Erfahrungen.

Lernergebnisse

Nach dem Abschluss der Lehrveranstaltung haben die Studierenden:
- einen Überblick zu Künstlerinnen und Künstlern, Medien sowie beispielhaften Werken aus verschiedenen kunsthistorischen Epochen (16.-21. Jahrhundert) erworben,
- sich spezifische Kenntnisse zur Ikonographie und Theorie von Festen erarbeitet,
- ihre methodischen Kompetenzen beim Beschreiben, Analysieren und Vergleichen von Kunstwerken angewandt und vertieft,
- das mündliche und schriftliche Präsentieren sowie die kritische Reflexion von selbständig erworbenen Erkenntnissen geübt und gefestigt,
- ihr fachspezifisches Wissen durch die Verknüpfung mit Theorien aus anderen geistes-, kultur- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen erweitert
- und sind in der Lage eine Fragstellung für die abschließende schriftliche Arbeit zu formulieren und sich mit dieser unter Einhaltung der Prinzipien guter wissenschaftlicher Praxis auseinanderzusetzen.

Literatur

- Haag, Sabine/Swoboda, Gudrun (Hg.), Feste feiern! 125 Jahre. Jubiläumsausstellung KHM Wien, Ausst.-Kat. Kunsthistorisches Museum Wien, Wien 2016; 
- Haug, Walter/Warning, Rainer (Hg.), Das Fest, München 1989 (= Poetik und Hermeneutik, Bd. 14); 
- Hollein, Lilli/Felderer, Brigitte/Rossberg, Anne-Katrin (Hg.), THE FEST. Zwischen Repräsentation und Aufruhr, Ausst.-Kat. Museum für Angewandte Kunst Wien, Basel 2023; 
- Lieberg, Godo/Siebel, Walter, Fest, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Bd. 2, Stuttgart 1972, Sp. 938–940; 
- Schultz, Uwe, Das Fest. Eine Kulturgeschichte von der Antike bis zur Gegenwart, München 1998; 
- Schwanberg, Johanna, Mahlzeit/The Meal, Ausst.-Kat. Dom Museum Wien, Wien 2022; 
- Teuber, Bernhard, Fest/Feier, in: Karlheinz Barck (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, Bd. 2, Stuttgart 2010, S. 367–379.

Hinweise zu Prüfungs-/Beurteilungsmodalitäten

Da wir die Inhalte im PS im kontinuierlichen Austausch entwickeln, wird eine regelmäßige Anwesenheit und aktive Teilnahme vorausgesetzt. Im Rahmen eigener Sitzungsbeiträge (Impulsreferate, Gruppenarbeiten etc.) werden bereits Teile der Prüfungsleistung er-bracht - Abschluss mit schriftlicher Arbeit.

VL+KO+L Kunsttheorie/Ästhetik I: Antike und Mittelalter 

Kurzbeschreibung

Auch wenn sich die Ästhetik als spezifische philosophische Disziplin erst Mitte des 18. Jahrhunderts herausbildet, gibt es lange davor eine Tradition kunsttheoretischer Schriften und ästhetischer Diskurse. Bereits in der Antike und im Mittelalter werden das Verhältnis von künstlerischer Theorie und gestalterischer Praxis, die gesellschaftlichen Funktionen von Kunst und die Wirkungen der sinnlichen Wahrnehmung thematisiert. In der Neuzeit erfahren diese Debatten im Zuge der Akademisierung der künstlerischen Ausbildung zu-nehmend an kanonischer Ausformulierung. Zentrale Fragen, die sich in diesem Zusammenhang und bis heute stellen, betreffen die Unterschiede von künstlerischen Medien und Gattungen ebenso wie die geeigneten Kriterien zur Bewertung von Kunstwerken und ihren genussvollen, belehrenden, aber auch trügerischen Effekten. 

Die beiden Vorlesungen verfolgen verschiedene Herangehensweisen an diese Fragen im breiten Zeitraum vom späten 6. Jahrhundert v. Chr. bis ca. 1750 mit Schwerpunkt auf dem europäischen Raum im globalen Kontext. Wiederkehrende Diskurskomplexe werden dabei vergleichend und im Hinblick auf ihre Bezüge zu aktuellen Debatten betrachtet. In der Vielfalt an Textsorten äußert sich nicht zuletzt eine Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Texten und Bildern. Anhand exemplarischer Werkanalysen soll daher auch nach Kongruenzen und Abweichungen zwischen der „Rede über die Künste“ und konkreten ästhetischen Artefakten gefragt werden.

Lernergebnisse

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung sind die Studierenden in der Lage:
- zentrale ästhetische Begriffe und Diskurse der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit zu unterscheiden, 
- sich kritisch mit verschiedenen kunsttheoretischen Textgattungen (z. B. rhetorische, philosophische und theologische Schriften, Künstlertraktate und akademische Handbücher, Briefe, Biografien und Chroniken, lyrische Werke, Lobreden, Legenden und Anekdoten) zu befassen,
- wichtige theoretische Positionen, Namen und Schriften, in denen sich diese Fragen artikulieren, zu benennen und historisch einzuordnen,
- sie im breiteren gesellschaftlichen Kontext der Kultur- und Geistesgeschichte zu verstehen 
- sowie sie in Bezug zu modernen und aktuellen kunsttheoretischen Fragen zu setzen und dadurch bereits erworbene Kenntnisse zu vertiefen.

Literatur

- Barck, Karlheinz et al. (Hg.), Ästhetische Grundbegriffe. Historisches Wörterbuch in sieben Bänden, Heidelberg 2010;
- Eco, Umberto, Kunst und Schönheit im Mittelalter, München/Wien 1991;
- Osborne, Harold, Aesthetics and Art Theory. A Historical Introduction, London 1968;
- Schneider, Norbert, Geschichte der Kunsttheorie. Von der Antike bis zum 18. Jahrhundert, Köln/Weimar/Wien 2011.

Hinweise zu Prüfungs-/Beurteilungsmodalitäten
Im Rahmen des Konversatoriums werden die Inhalte durch gemeinsame Lektüre, Diskussionen und diverse Aufgabenstellungen zur aktiven Beteiligung wiederholt und gefestigt. Die freiwillige Teilnahme an dem die beiden Vorlesungen begleitenden Tutorium wird nachdrücklich empfohlen.

VL+KO+L Kunsttheorie/Ästhetik II: Neuzeit 

Kurzbeschreibung

Auch wenn sich die Ästhetik als spezifische philosophische Disziplin erst Mitte des 18. Jahrhunderts herausbildet, gibt es lange davor eine Tradition kunsttheoretischer Schriften und ästhetischer Diskurse. Bereits in der Antike und im Mittelalter werden das Verhältnis von künstlerischer Theorie und gestalterischer Praxis, die gesellschaftlichen Funktionen von Kunst und die Wirkungen der sinnlichen Wahrnehmung thematisiert. In der Neuzeit erfahren diese Debatten im Zuge der Akademisierung der künstlerischer Ausbildung zunehmend an kanonischer Ausformulierung. Zentrale Fragen, die sich in diesem Zusammenhang und bis heute stellen, betreffen die Unterschiede von künstlerischen Medien und Gattungen ebenso wie die geeigneten Kriterien zur Bewertung von Kunstwerken und ihren genussvollen, belehrenden, aber auch trügerischen Effekten. 

Die beiden Vorlesungen verfolgen verschiedene Herangehensweisen an diese Fragen im breiten Zeitraum vom späten 6. Jahrhundert v. Chr. bis ca. 1750 mit Schwerpunkt auf dem europäischen Raum im globalen Kontext. Wiederkehrende Diskurskomplexe werden dabei vergleichend und im Hinblick auf ihre Bezüge zu aktuellen Debatten betrachtet. In der Vielfalt an Textsorten äußert sich nicht zuletzt eine Auseinandersetzung mit den Gemeinsamkeiten und Unterschieden von Texten und Bildern. Anhand exemplarischer Werkanalysen soll daher auch nach Kongruenzen und Abweichungen zwischen der „Rede über die Künste“ und konkreten ästhetischen Artefakten gefragt werden.

Lernergebnisse

Nach erfolgreichem Abschluss der Lehrveranstaltung sind die Studierenden in der Lage:
- zentrale ästhetische Begriffe und Diskurse der Antike, des Mittelalters und der Neuzeit zu unterscheiden, 
- sich kritisch mit verschiedenen kunsttheoretischen Textgattungen (z. B. rhetorische, philosophische und theologische Schriften, Künstlertraktate und akademische Handbücher, Briefe, Biografien und Chroniken, lyrische Werke, Lobreden, Legenden und Anekdoten) zu befassen,
- wichtige theoretische Positionen, Namen und Schriften, in denen sich diese Fragen artikulieren, zu benennen und historisch einzuordnen,
- sie im breiteren gesellschaftlichen Kontext der Kultur- und Geistesgeschichte zu verstehen 
- sowie sie in Bezug zu modernen und aktuellen kunsttheoretischen Fragen zu setzen und dadurch bereits erworbene Kenntnisse zu vertiefen.

Literatur

  • Gaut, Berys/Mciver, Dominic (Hg.), The Routledge Companion to Aesthetics, London/New York 2005;
  • Kultermann, Udo, Kleine Geschichte der Kunsttheorie. Von der Vorgeschichte bis zur Gegenwart, Darmstadt 1998;
  • Locher, Hubert, Kunsttheorie. Von der Antike bis zur Gegenwart, München 2023;
  • Nida-Rümelin, Julian/Betzler, Monika (Hg.), Ästhetik und Kunstphilosophie. In Einzeldarstellungen von der Antike bis zur Gegenwart, Stuttgart 2012.

Hinweise zu Prüfungs-/Beurteilungsmodalitäten

Im Rahmen des Konversatoriums werden die Inhalte durch gemeinsame Lektüre, Diskussionen und diverse Aufgabenstellungen zur aktiven Beteiligung wiederholt und gefestigt. Die freiwillige Teilnahme an dem die beiden Vorlesungen begleitenden Tutorium wird nachdrücklich empfohlen.

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