Jens Michael Zimmermann
Proseminar in Philosophie: Hermeneutik als praktische Philosophie
Kurzbeschreibung
Wie erlangt der Mensch Erkenntnis und Wissen? Was bedeutet es überhaupt etwas zu verstehen? Warum ist die Fähigkeit zum Dialog grundlegend für die Wahrheitsfindung? Worin besteht echte Kommunikation im Gegensatz zum Informationsaustausch? In diesem Kurs versuchen wir diese lebenswichtigen Fragen mit Hilfe der philosophischen Hermeneutik zu beantworten. Dieses Pro-Seminar dient der Einführung in die philosophische Hermeneutik als Grundlage für unsere Welterfahrung und unser zwischenmenschliches Verhalten. Anhand grundlegender Texte von Hans-Georg Gadamer, dem Pionier der hermeneutischen Philosophie, und Michael Polanyi, wird der wesentliche praktische Charakter der Hermeneutik vorgestellt, sowohl als Grundlage einer freien Gesellschaft, wie auch der Wissenschaft, und dem Lebensvollzug überhaupt.
Lernergebnisse
Vermittelt werden soll ein solides Grundverständnis des Menschen als „interpretierendes Wesen,“ und eine Grundkenntnis der philosophischen Hermeneutik Gadamers sowie deren grundlegende Bedeutung für Wissenschaft und Lebensvollzug. Zentrale Themen sind: philosophische Anthropologie, das Wesen der Sprache, die Universalität des hermeneutischen Ansatzes (in Kunst, Naturwissenschaft, den Geisteswissenschaften, und menschlichem Verstehen im Ganzen).
Literatur
- Dutt, Carsten. „Hans Georg Gadamer im Gespräch. Hermeneutik, Ästhetik, praktische Philosophie“. Heidelberg: Universitätsverlag C. Winter, 1993.
- Gadamer, Hans-Georg. „Selbstdarstellung“ in Gesammelte Werke 2, S. 479-508. Tübingen: Mohr Siebeck, 1999.
- Gadamer, HG. „Die Universalität des hermeneutischen Problems“ in Ebda., S.219-231.
- Gadamer, HG. „Mensch und Sprache“ in Ebda., S.146-154.
- Gadamer, HG. „Hermeneutik als theoretische und praktische Aufgabe“ in Ebda., S.301-318.
- Polanyi, Michael. „Implizites Wissen“. Übersetzt von Horst Brühmann. Frankfurt a.M.: Suhrkamp, 1985.
Hinweise zu Prüfungs-/Beurteilungsmodalitäten
Beurteilung durch kurze Seminarvorträge zu den ausgewählten Texten, jeweils zwei Vorträge pro Sitzung.
Vorträge sind schriftlich auszuarbeiten und am Ende des Seminars als Minihausarbeit einzuhändigen.
