Online-Vortrag: Jewish Greek Scriptures and Early Christianity.
22. Jänner 2026
19:00 - 20:00 Uhr
Online-Vortrag
Ab dem 1. Jahrhundert v. Chr. erstellten jüdische Gelehrte neue griechische Übersetzungen der Hebräischen Bibel und/oder Revisionen der Septuaginta (LXX), mit dem Ziel, den griechischen Text stärker an das hebräische Original anzunähern. Diese Texte, die als „Jewish Minor Versions“ bezeichnet werden, zeigen, dass die jüdische Auseinandersetzung mit den griechischen Schriften nicht auf die LXX beschränkt war, sondern sich im Laufe der Zeit auf vielfältige Weise fortsetzte.
Der Vortrag führt in die Jewish Minor Versions ein und erläutert, was sie sind und warum sie sowohl für jüdische als auch für frühchristliche Kontexte von Bedeutung waren. Anhand ausgewählter Beispiele wird ihr möglicher Gebrauch im Neuen Testament sowie ihre Rezeption im 2. Jahrhundert n. Chr. diskutiert. Dabei wird gezeigt, wie spätere Autoren auf diese Versionen zurückgegriffen und sie in neue Auslegungskontexte integriert haben könnten. Zugleich wird hervorgehoben, wie diese Versionen zur Prägung frühchristlicher Auslegungstraditionen und Debatten beitrugen.
Durch die Diskussion ihres Einflusses möchte der Vortrag verdeutlichen, wie jüdische und christliche Gemeinschaften mit gemeinsamen heiligen Texten interagierten und dabei ein komplexes Geflecht von Textüberlieferung, Interpretation und theologischer Auseinandersetzung sichtbar machen.
20.1.2026/HE
