Zivilcourage im Fokus: Kooperation des FFJI mit dem Nordico Stadtmuseum Linz.

Zivilcourage damals und heute
Im für Schüler:innen konzipierten Workshop thematisierte Verena Lorber, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Franz und Franziska Jägerstätter Institut der KU Linz, Zivilcourage im Zweiten Weltkrieg und in der Gegenwart. Sie beleuchtete dabei auch die Rolle der katholischen Kirche im Nationalsozialismus. Im Mittelpunkt standen Fragen des Gewissens, der Verantwortung sowie der individuellen Entscheidungs- und Handlungsmöglichkeiten von Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus, des Zweiten Weltkrieges und in heutigen liberalen Demokratien. An konkreten Beispielen zeigte sie, wie stark historische Erfahrungen bis heute nachwirken und wie sehr sie den Umgang von Kirche, Gesellschaft und Politik mit der Vergangenheit prägen – etwa beim Soldatengedenken oder bei umstrittenen Straßenbenennungen.
Der Workshop wurde in der letzten Februarwoche zweimal mit unterschiedlichen Schulklassen (Sekundarstufe 1 und 2) veranstaltet. Anhand historischer und aktueller Beispiele wurde den Schüler:innen veranschaulicht, welche Handlungsspielräume Menschen im NS-Regime hatten und welche Möglichkeiten sich heute in demokratischen Gesellschaften eröffnen. Dabei wurde auch über die Risiken gesprochen, die der Einsatz für andere, für die eigenen Werte oder für das eigene Gewissen mit sich brachte, und darüber, warum Zivilcourage im Rückblick oft selbstverständlich erscheint, im entscheidenden Moment jedoch mit großen Herausforderungen verbunden war.
Der Workshop verband historische Erfahrungen mit aktuellen Fragestellungen und lud die Schüler:innen dazu ein, über Verantwortung, Mut und Zivilcourage in der heutigen Gesellschaft nachzudenken.
Erinnerungstage im Oktober 2025
Bereits am 17. und 18. Oktober 2025 fanden im Nordico Stadtmuseum Linz die Erinnerungstage statt – ein Veranstaltungsformat im Rahmenprogramm der Ausstellung Sehnsucht Frieden.
Verena Lorber gestaltete gemeinsam mit Kurt Lackner (Autor und Kulturvermittler) sowie Sebastian Piringer (Kurator der Ausstellung) ein Erzählcafé. Im Zentrum standen Fragen zur familiären Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus, an Erlebnisse während des Zweiten Weltkriegs sowie an die Umbrüche der unmittelbaren Nachkriegszeit. Verena Lorber gab dabei einen Einblick in die Arbeit des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts und präsentierte ausgewählte Stücke aus dem Nachlass von Franz Jägerstätter, darunter Briefe aus dem Wehrmachtsuntersuchungsgefängnis Linz sowie Fotografien aus seiner Zeit des Militärdienstes.
24.3.2026/VL/HE
