ThPQ 3/2026 "Land": Lebensraum zwischen Idee und Wirklichkeit.

"Land" ist mehr als ein geografischer Raum – es ist Projektionsfläche für Sehnsüchte, Konflikte und gesellschaftliche Zukunftsfragen. Zwischen idyllischer Verklärung und dem Bild der rückständigen Provinz entstehen immer wieder neue Vorstellungen vom Leben auf dem Land. Zugleich wird das ländliche Milieu zunehmend als Raum ökologischer Erneuerung, gesellschaftlicher Entwicklung und kultureller Transformation verstanden. Auch Kirchen und Glaubensgemeinschaften stehen hier vor Herausforderungen: Das Spannungsfeld von tief verwurzelten Traditionen und einer rasch sich wandelnden sozialen und religiösen Praxis erfordert ein Neudenken von Glauben und Gemeinschaft, eröffnet aber auch neue Perspektiven. Heft 3/2026 der Theologisch-praktischen Quartalschrift beleuchtet Bilder und Bedeutungen des Landes aus biblischer, historischer, theologischer, soziologischer, ökologischer und literarischer Perspektive – von der Antike bis in die Gegenwart.

In unterschiedlichen Kontexten und unter verschiedenen Aspekten wurden und werden immer wieder neue Konstruktionen von “Land" entworfen: Zwischen Verheißung und Erfahrung, zwischen Zuschreibung und gelebter Wirklichkeit wird so weniger ein gegebener Ort als vielmehr ein sozialer Lebens- und Deutungsraum sichtbar. Diese grundlegende Ambivalenz prägt auch, wie “Land" gedacht, erfahren, gestaltet und erzählt wird – in theologischen Traditionen, historischen Entwicklungen, sozialen Dynamiken, ökologischen Herausforderungen und kulturellen Imaginationen.

Aus dem Editorial

Welcher Denkfigur entspringt das “verheißene Land” des Alten Testaments? Wie waren Stadt und Land im frühen Christentum aufeinander bezogen? Welche Rolle spielt das Land als Projektionsfläche bei Thomas Bernhard? Eingerahmt von diesen historischen und literaturwissenschaftlichen Erkundungen rücken aktuelle Fragen in den Fokus: Was bedeutet es für die Kirche im ländlichen Raum, wenn traditionelle Vorstellungen brüchig werden und sich soziale Verbundenheit als fragil erweist? Wie kann die Theologie eine größere Sensibilität für die Vielfalt ländlicher Lebensbedingungen entwickeln? Erfahrungen aus der Praxis machen deutlich, dass standardisierte Konzepte nicht ausreichen: Es bedarf einer flexiblen, lebensweltorientierten Pastoral, damit Kirche als begleitende und vernetzende Präsenz im Alltag der Menschen wirksam bleibt – ein Alltag, der immer stärker und unmittelbarer auch von Fragen der Ökologie berührt wird.

Mit Beiträgen zum Thema von Markus Brothage, Christian Frevel, Katharina Greschat, Bernd Hillebrand, Birgit Hoyer und Monika Winzenick, Michael Rosenberger sowie Barbara Tumfar, zwei Abhandlungen von Gregor Maria Hoff und Predrag Bukovec sowie zahlreichen Rezensionen aktueller Publikationen aus allen Feldern der Theologie.

Editorial und Inhaltsverzeichnis Heft 3.2026 "Land"

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Die ThPQ erscheint im Verlag Friedrich Pustet. Die aktuelle Ausgabe ist auch als eBook/PDF erhältlich.

17.07.2026/RK