ThPQ 3/2026 "Land": Lebensraum zwischen Idee und Wirklichkeit.
In unterschiedlichen Kontexten und unter verschiedenen Aspekten wurden und werden immer wieder neue Konstruktionen von “Land" entworfen: Zwischen Verheißung und Erfahrung, zwischen Zuschreibung und gelebter Wirklichkeit wird so weniger ein gegebener Ort als vielmehr ein sozialer Lebens- und Deutungsraum sichtbar. Diese grundlegende Ambivalenz prägt auch, wie “Land" gedacht, erfahren, gestaltet und erzählt wird – in theologischen Traditionen, historischen Entwicklungen, sozialen Dynamiken, ökologischen Herausforderungen und kulturellen Imaginationen.
Aus dem Editorial
Welcher Denkfigur entspringt das “verheißene Land” des Alten Testaments? Wie waren Stadt und Land im frühen Christentum aufeinander bezogen? Welche Rolle spielt das Land als Projektionsfläche bei Thomas Bernhard? Eingerahmt von diesen historischen und literaturwissenschaftlichen Erkundungen rücken aktuelle Fragen in den Fokus: Was bedeutet es für die Kirche im ländlichen Raum, wenn traditionelle Vorstellungen brüchig werden und sich soziale Verbundenheit als fragil erweist? Wie kann die Theologie eine größere Sensibilität für die Vielfalt ländlicher Lebensbedingungen entwickeln? Erfahrungen aus der Praxis machen deutlich, dass standardisierte Konzepte nicht ausreichen: Es bedarf einer flexiblen, lebensweltorientierten Pastoral, damit Kirche als begleitende und vernetzende Präsenz im Alltag der Menschen wirksam bleibt – ein Alltag, der immer stärker und unmittelbarer auch von Fragen der Ökologie berührt wird.
Mit Beiträgen zum Thema von Markus Brothage, Christian Frevel, Katharina Greschat, Bernd Hillebrand, Birgit Hoyer und Monika Winzenick, Michael Rosenberger sowie Barbara Tumfar, zwei Abhandlungen von Gregor Maria Hoff und Predrag Bukovec sowie zahlreichen Rezensionen aktueller Publikationen aus allen Feldern der Theologie.
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Die ThPQ erscheint im Verlag Friedrich Pustet. Die aktuelle Ausgabe ist auch als eBook/PDF erhältlich.
17.07.2026/RK

