Tag des Judentums: Junge Menschen im Dialog.

Am 15. Jänner 2026 fand an der Katholischen Privat-Universität Linz zum Tag des Judentums ein Abend des Dialogs und der Begegnung statt. Organisiert von Diözese Linz und Christlich-Jüdischem Komitee Oberösterreich, war die Veranstaltung dem Lernen und der gegenseitigen Verständigung gewidmet.

Zahlreiche Interessierte nahmen teil, unter ihnen Diözesanbischof Manfred Scheuer, Superintendent Gerold Lehner, Superintendentialkuratorin Renate Bauinger und Landeshauptmann a.D. Josef Pühringer. Der Tag des Judentums wird jährlich begangen und erinnert an die besondere Verantwortung der Kirche für den christlich-jüdischen Dialog.

Der Abend stand unter der Überschrift „jung, engagiert, religiös. Glaubensidentitäten im Dialog“. Um dieses Thema aus der Perspektive junger Menschen zu beleuchten, waren zwei Initiativen eingeladen: Likrat und Dialog:Abraham. Beide Gruppen engagieren sich im interreligiösen Dialog und legen dabei einen besonderen Schwerpunkt auf Schulen und andere Bildungseinrichtungen. Ziel ihrer Arbeit ist es, junge Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen, Vorurteile abzubauen und negativen Stereotypen gegenüber Religionen und Kulturen entgegenzuwirken.

Der Abend begann mit kurzen Impulsreferaten der beiden Initiativen, in denen sie ihre Arbeit und Motivation vorstellten. Daran schloss sich eine Podiumsdiskussion, in der Fragen zu den Hintergründen der Projekte, zu ihren konkreten Arbeitsweisen sowie zu ihren Zukunftsperspektiven behandelt wurden. Die Referentinnen und Referenten – jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter von Likrat und Dialog:Abraham – sind selbst noch jung. Ihre persönlichen Erfahrungen und Überzeugungen vermittelten dem Publikum einen ermutigenden Eindruck davon, wie reflektiert und engagiert junge Menschen religiöse und gesellschaftliche Fragen aufgreifen. In der Diskussion wurde mehrfach betont, dass Begegnung auf Augenhöhe eine zentrale Voraussetzung für gelingenden interreligiösen Dialog sei.

Im Anschluss an die Podiumsdiskussion ging der Abend in Gesprächsgruppen über. In vier Gruppen kamen Teilnehmende unterschiedlichen Alters und verschiedener religiöser Zugehörigkeiten miteinander ins Gespräch, begleitet von einer kleinen Agape. Die offene und wertschätzende Atmosphäre ermöglichte einen intensiven Austausch und machte interreligiöse Verständigung konkret erfahrbar.

Angesichts aktueller gesellschaftlicher Herausforderungen erhielt der Abend eine besondere Aktualität. Die lebhaften Gespräche zeigten das große Interesse an Begegnung und Dialog über religiöse Grenzen hinweg und hinterließen bei vielen Teilnehmenden einen nachhaltigen Eindruck.

16.1.2026/Kristoffer Jonasson/HE