Projekt "wir stellen aus:" widmet sich dem "Ungebauten Linz".

Wie hätte Linz ausgesehen, wenn Maurice Balzarek den Schillerplatz verbaut, Roland Rainer eine Stadthalle an der Wiener Straße errichtet oder Rupert Falkner die gesamte Brückenkopfverbauung Urfahr umgesetzt hätte? Die unter Mitwirkung von Studierenden gestaltete Ausstellung "Ungebautes Linz", die noch bis 1. Oktober 2026 im Rahmen der Reihe "wir stellen aus:" an der KU Linz zu sehen ist, zeigt zahlreiche Entwürfe, die für die Stadt Linz entwickelt, letztendlich aber nicht umgesetzt wurden. Am 27. Mai 2026 laden wir zum Mittagsgespräch mit Andrea Bina, Leiterin des Stadtmuseums Nordico, und Kuratorin Veronika Müller.

Im Rahmen des transdisziplinären und partizipativen Ausstellungs- und Vermittlungsprojekts wir stellen aus: des Fachbereichs Kunstwissenschaft an der KU Linz werden bis zum Beginn des Wintersemesters 2026/27 anhand historischer Skizzen, Pläne und Fotografien architektonische Projekte aus einem Zeitraum zwischen 1909 und 1985 vorgestellt, die das Linzer Stadtbild hätten prägen können, jedoch nie realisiert wurden.

Sie alle waren – wenn auch in unterschiedlicher Detailtiefe – nicht nur professionell entworfen und entwickelt, sondern auch von der Linzer Stadtpolitik gewollt und aktiv vorangetrieben worden. Trotzdem scheiterten sie, aus unterschiedlichen Gründen, die man aus heutiger Sicht mal besser, mal schlechter nachvollziehen kann. 

Wenngleich die baulichen Vorhaben bloße Idee blieben, sind sie dennoch Abbild ihrer Zeit und des damals präsenten Diskurses städtebaulicher und architektonischer Probleme. Projekte wie die Verbauung des Schillerplatzes erzählen von gesellschaftlichen Umbrüchen um den ersten Weltkrieg und spiegeln die sich verändernden Vorstellungen eines Stadtraums wider. Die Stadthalle Linz von Roland Rainer veranschaulicht den politischen Diskurs um kulturelle Vorstellungen der Gesellschaft nach 1945. Eine interessante Beobachtung ist, dass sich viele der unrealisierten Projekte an Standorten befinden, die bis in die Gegenwart diskutiert und deren Nutzungen immer neu ausverhandelt werden.

In diesem Sinne soll die Auseinandersetzung mit dem Ungebauten den Blick auf das Potenzial des Nicht-Verwirklichten lenken und gleichzeitig alternative Perspektiven auf städtische Entwicklung öffnen.

An der aus einem Proseminar des Wintersemesters 2025/26 hervorgegangenen Ausstellung „Ungebautes Linz“ haben die Studierenden Dieter Gallistl, Valentin Gattringer, Hans Huemer und Valerie Straßmayr mitgewirkt. Zu sehen ist diese im Foyer und Altbau (Stiegenhaus) der KU Linz noch bis 1. Oktober 2026 während der Öffnungszeiten der Universität. 

Mittagsgespräch mit Kuratorin Veronika Müller und Andrea Bina am 27.5.2026

Das Mittagsgespräch zur Ausstellung mit Kuratorin Ass.-Prof.in Mag.a arch. Dr.in phil. Veronika Müller (Institut für Geschichte und Theorie der Architektur / Stiftungsstelle für Baukultur und baukulturelles Erbe) und Mag.a Andrea Bina, Leiterin des Stadtmuseums Nordico, findet am 27. Mai 2026 um 12:00 Uhr an der KU Linz statt. 

Der Eintritt zur Ausstellung und zum Kunstgespräch ist frei!

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22.5.2026/HE