Pride Month: Statement für Diversität und Gleichberechtigung.
Diversität und Inklusion sind eine Bereicherung der Gesellschaft insgesamt wie unserer je individuellen Begegnungen und Beziehungen. Als offene und einladende Bildungseinrichtung, in der sich Menschen in unterschiedlichen Kontexten und Situationen austauschen, verfolgt die Katholische Privat-Universität Linz eine Politik der aktiven Gestaltung einer achtsamen Hochschulkultur. Getragen ist dies vom Bewusstsein, dass die KU Linz nur im tagtäglichen Miteinander der gesamten Universitätsgemeinschaft zu einem sicheren und respektvollen Ort des Lernens, Lehrens und Arbeitens werden kann.
Kontinuierliche Sensibilisierung und konkrete Maßnahmen
Im Selbstverständnis einer „lernenden Institution“ verfügt die Universität über spezifische Instrumente, um die eigene Praxis laufend kritisch zu prüfen und zu hinterfragen: Der „Arbeitskreis für Gleichbehandlungsfragen“ beispielsweise zeigt mögliche Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht, ethnischer Herkunft, Alter, Beeinträchtigung oder sexueller Orientierung auf. Bereits 2021 wurde der Universität im „LGBTIQ+ Campus Audit“ des Jobnetzwerks Proudr eine überdurchschnittlich hohe Sensibilität im Hinblick auf sexuelle Orientierung und Identität attestiert. Noch einmal intensiviert wurden die Bemühungen 2024 mit der „Strategie der KU Linz zur Förderung von Diversität und Gleichbehandlung“ – explizit festgehalten wird darin „eine proaktive Universitätspolitik, die Diversität, Egalität und Inklusion fördert“. Im Rahmen des „Schutzkonzepts der KU Linz gegen Missbrauch und Gewalt“ verpflichtet sich die Universität zudem auf einen Verhaltenskodex, bei dem die Achtung der Menschenwürde als oberstes Prinzip des Handelns definiert wird: „Jede Person soll in ihrer Einzigartigkeit und Selbstbestimmung respektiert werden.“ Und noch einmal konkreter gewendet: „Sensibilität für die Vulnerabilität und Diversität anderer Menschen ist eine unverzichtbare Haltung im universitären Miteinander.“ In diesem Sinne bündelt das „Schutzkonzept“ Maßnahmen wie regelmäßige Informationen an die Universitätsgemeinschaft, die Platzierung von Fortbildungs- und Schulungsangeboten sowie den Austausch von universitätsinternen Stellen wie mit externen Einrichtungen.
Reflexion, Dialog und Bewusstmachung
Gesellschaftliche Entwicklungen und ihre Gründe kritisch zu reflektieren und im Blick auf das Heute und Morgen einzuordnen nimmt in den Fachbereichen Theologie, Philosophie und Kunstwissenschaft der KU Linz eine wichtige Stellung ein: Lehre und Forschung, wissenschaftliche Projekte und öffentliche Veranstaltungen widmen sich – mit je besonderen Perspektiven und Zugängen – immer wieder zentralen Fragen nach einem gerechten gemeinsamen Leben und auch danach, wie Gleichberechtigung und Diversität gesellschaftlich verwirklicht und verankert werden können. Im Wintersemester 2025/26 etwa widmete sich ein Seminar unter dem Titel „Religionspädagogik der Vielfalt“ den Themen Diversität und Inklusion. Der an der KU Linz etablierte transdisziplinäre Forschungsschwerpunkt „Diskurse der Öffentlichkeit“ fokussiert die tiefgreifenden Umbrüche in den Rahmenbedingungen öffentlicher Verhandlungs- und Vermittlungsräume und analysiert, was das für gelingende gesellschaftliche Dialoge bedeutet. Nach neuen Bildern und Entwürfen menschlichen Seins und deren Bedeutungen fragt der ebenfalls disziplinenübergreifende Forschungsschwerpunkt „Transformationen des Humanen“.
Insbesondere in Bezug auf Diversität bleibt der aktuell in vielen Ländern zu beobachtende politische und gesellschaftliche Kulturwandel nicht ohne Folgen. Die Abschaffung von Diversitätsprogrammen und der mitunter auch medianwirksam inszenierte Rückbau von für sicher gehaltenen rechtlichen Positionen beschränkt sich nicht auf einzelne Staaten, sondern hat über politischen und wirtschaftlichen Druck weitreichende Auswirkungen. Und trotz fraglos großer Fortschritte gibt es auch in Österreich nach wie vor Formen von Diskriminierung, Ablehnung und Hass, mögen sich diese auch subtiler manifestieren oder maskiert als Sehnsucht nach vermeintlicher „Normalität“ auftreten. Dass der Umschlag in Gewalt eine virulente Bedrohung bleibt, zeigen zum Teil sprunghaft steigende Zahlen von Hate Crimes in nationalen Kriminalitätsstatistiken. Auch in Österreich aufgedeckte erschütternde Fälle offenbar gezielt koordinierter Angriffe stellen dabei wohl nur die Spitze eines Eisbergs dar: Denn zahlreiche Studien belegen eine signifikante Diskrepanz zwischen polizeilich erfassten Fällen („Hellfeld“) und nicht angezeigten Diskriminierungs- und Viktimisierungserfahrungen („Dunkelfeld“).
Gerade angesichts solcher Entwicklungen erachtet es die Katholische Privat-Universität Linz als Verpflichtung, „Flagge zu zeigen“: mit einer konsequent vertretenen Haltung, mit Bewusstmachung, Reflexion und Vermittlung – nicht nur im alljährlichen „Pride Month“, sondern tagtäglich.
11.6.2026/RK/HE

