KinderUni 2026 an der KU Linz: Hurra, die Welt geht unter!

Universitätslektorin Anna Bachofner-Mayr nahm die jungen Forscher:innen am 15. Juli 2026 im Rahmen der KinderUni OÖ an der KU Linz mit auf eine Reise in die Zukunft.

Man stelle sich vor: Die Welt, wie wir sie kennen, gibt es nicht mehr. Eine große Flut hat den Boden auf der Erde geschrumpft und das Leben findet fast nur mehr auf dem Wasser statt. Alle Grenzen und Länder wurden aufgelöst und überall ist Frieden. Oder die Erde ist komplett verdorrt und die Menschen wohnen nun in riesigen Raumschiffen. 

Die Frage nach dem, was nach dem Weltuntergang kommt, setzt – hurra! – enorme Kreativität frei. Sie regt seit jeher zum philosophischen Nachdenken und theologischen Spekulieren an. Im Kinderuni-Seminar am 15. Juli reisten Jungstudierende zwischen 9 und 12 Jahren mit Universitätslektorin Anna Bachofner-Mayr von der KU Linz fantasievoll und spielerisch in aufregende Zukunftswelten.

Der Zeit-Wirbel startet: Aufbruch ins Unbekannte

Nach einer kurzen Kennenlernrunde verwandelte sich der Garten des Priesterseminars in eine dynamische Zeitzone. Beim actionreichen Fangspiel „Zeit-Wirbel“ sprinteten die Kinder zwischen den Epochen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft hin und her. Gemeinsam reisten sie sodann ins Jahr 2175 (auch bekannt als Hörsaal 5). Mit vollem Körpereinsatz und lautstarken Rhythmen bauten die Jungstudierenden eine kooperative „lebendige Zeitmaschine“. Jedes Kind dockte mit eigenen Bewegungen und Soundeffekten („Zisch-zisch“, „Whiioowhioo“) an, bis die die gesamte Apparatur endlich in der Zukunft landete. 

Dort war Teamarbeit gefragt: In Trios setzten die Kinder Zukunftsbilder wie ein Puzzle zusammen. Zu aus dem Buch „Die besten Weltuntergänge“ von Andrea Paluch und Annabelle von Sperber entnommenen Szenarien – etwa einem Zeitalter der Dürre, einer Stadt ohne Autos oder einer Welt ohne Grenzen – bereiteten sie interaktive Fragenkonsolen vor. Beim anschließenden Museumsrundgang schlüpften die Jungstudierenden abwechselnd in die Rolle von Museumsbesucher:innen und roboterhaften Bildguides. Per physischem Fingertipp auf die Papier-Buttons aktivierten die Interessierten die Guides, die daraufhin Fragen zu den Emotionen, Kontrasten sowie den guten und schlechten Seiten der jeweiligen Welt beantworteten. 

Gestalter:innen für morgen

In einer Zwischenreflexion wurden die Eindrücke aus dem Museumsrundgang besprochen. Außerdem diskutierten die Jungstudierenden, was die Menschen in den gezeigten Welten ihrer Meinung nach gut oder schlecht gemacht hatten. Auch wenn die Zukunft zwar grundsätzlich entzogen bleibt, gibt es schließlich einen menschlichen Gestaltungspielraum – der maßgeblich auf unseren Zukunftsvorstellungen basiert. So ging es schließlich an die kreative Bildgestaltung. Beim „kooperativen Möblieren“ formten die Kinder allein mit ihren Körpern eine plastische Welt im Raum und manifestierten so ihre Kernideen für eine lebenswerte Zukunft. Danach brachten sie ihre ganz persönliche Zukunftsvorstellung auf das Zeichenpapier. Denn: Was nach dem Weltuntergang kommt, können auch sie ein Stück weit mitentscheiden.

17.7.2026/Anna Bachofner-Mayr/HE