Erfolgreicher Abschluss des DFG-Drittmittelprojekts zur Taufsalbung.

Das von Ass.-Prof. Predrag Bukovec seit 2021 geleitete, großangelegte Drittmittelprojekt "Zu den Ursprüngen der Taufsalbung" ist mit der positiven Evaluation des Abschlussberichts durch die Fachgutachter abgeschlossen. Der Bericht kann frei eingesehen werden. Eine ausführlichere Version des Abschlussberichts wird im nächsten Heft der ThPQ 174/3 (2026) erscheinen.

Das liturgiewissenschaftliche Forschungsprojekt wurde durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) großzügig gefördert und war von 2021 bis 2025 am hochrenommierten Centre for Advanced Studies Beyond Canon_ der Universität Regensburg angesiedelt, einer ebenfalls von der DFG geförderten Kollegforschergruppe, die interdisziplinär und international die außerkanonischen Traditionen des frühen Christentums untersucht. Bukovec‘ Projekt war ferner durch eine im Februar 2021 unterzeichnete Kooperationsvereinbarung mit dem Institut für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie der KU Linz verbunden, um so die Synergien beider Standorte zu bündeln; im Gegenzug karenzierte das Rektorat der KU Linz Ass.-Prof. Bukovec für drei Jahre und stellte ihn für seine Forschung als Principal Investigator von seinen Dienstaufgaben frei. 

Das Forschungsprojekt nahm sich zum Ziel, die bislang ungeklärten Fragen rund um die Entstehung, Herkunft und frühe Entwicklung der Taufsalbung zu lösen. Die Taufe mit Wasser, die auf Johannes den Täufer zurückgeht, gehört seit urchristlicher Zeit zu den rituellen Vollzügen des Christentums. In frühpatristischer Zeit wurde dieser Wasserakt zur komplexen Initiationsliturgie ausgebaut, in welcher vor und nach der Taufe weitere Rituale angeschlossen wurden. Dazu gehört neben der Taufeucharistie u. a. auch die baptismale Salbung mit Olivenöl bzw. Chrisam. Dieser Standard tritt uns seit dem 3. Jahrhundert entgegen, wobei die Position der Salbung (vor/nach der Taufe) schwankt und auch die Vorgeschichte aufgrund des bisherigen Quellenmangels im Dunkeln blieb. Mit einer radikalen Erweiterung der Quellenbasis unternahm Bukovec nun einen neuen Anlauf, um die Erstbelege und Herkunft der baptismalen Salbung zu rekonstruieren sowie die Frühgeschichte bis zur Reichskirche nachzuvollziehen. Hierfür konsultierte er jenseits der wenigen bekannten Quellen aus der sog. Großkirche auch apokryphe, gnostische, epigraphische und archäologische Zeugnisse des 2. und 3. Jahrhunderts, die bislang in der Liturgiewissenschaft nicht wahrgenommen wurden bzw. überhaupt erstmals für den Forschungsdiskurs aufbereitet werden mussten.

Im Zusammenhang mit dem Projekt wurden drei internationale und interdisziplinäre Tagungen organisiert (in Regensburg, Oxford und Barcelona). Es entstanden neben den dazugehörigen Sammelbänden zehn Aufsätze und weitere Veröffentlichungen, die nach ihrer Erstpublikation als Monographie in englischer Sprache erscheinen werden.

Der Bericht kann auf dem Repositorium frei eingesehen werden. Hier der Link

22.4.2026/PB/HE 

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