ThPQ 2/2026 "Freiheit": Dimensionen eines wirkmächtigen Begriffs.

Die Frage und der Ruf nach Freiheit gehören zu den Konstanten der Menschheitsgeschichte: Ist der Wille frei? Was bedeutet Freiheit im Bezug auf menschliches Handeln? Welche Befreiungserlebnisse prägen die Gottesbeziehung? Aktuell begegnet Freiheit als ambivalentes Schlagwort. Auf der einen Seite stehen Bedrohungen der Freiheit, auf der anderen Seite scheint sich der Begriff individuell zu verengen. Unübersichtlichkeit und gestiegene Komplexität lassen die eigene Freiheit zunehmend als brüchig erleben – und solidarische Aspekte von Freiheit in den Hintergrund treten. Heft 2/2026 der Theologisch-praktischen Quartalschrift bietet Annäherungen und Klärungen aus bibelwissenschaftlicher, systematischer, kirchenrechtlicher, sozialethischer, liturgiewissenschaftlicher und religionspädagogischer Perspektive.

Der Blick auf das Alte Testament und die jesuanische Tradition zeigt einen zunächst verblüffenden Befund: Der Begriff “Freiheit" kommt darin nicht vor. Erst eine quellennahe, kontextsensible Lektüre der biblischen Überlieferung macht sichtbar, in welchen Vokabeln und Wortfeldern spezifische Ideen und Vorstellungen von Freiheit zum Ausdruck kommen: Die Heilige Schrift thematisiert Freiheit in Kategorien, die auf die Gottesbeziehung abheben – der Hinübergang von der Sklaverei zur Freiheit, vom Tod zum Leben stellt eine Dialektik dar, in der die komplette Heilsgeschichte eingewoben ist.

Aus dem Editorial

Ins Zentrum gerückt werden unterschiedliche Dimensionen und Ebenen von Freiheit: Befreiung wird als im Osterereignis verdichtet Kernaussage liturgiewissenschaftlich herausgearbeitet; im Zusammenhang mit dem Begriff des Handelns und im Blick auf Lehraussagen des Zweiten Vatikanums wird die Freiheitsthematik systematisch-theologisch erschlossen; gefragt wird weites nach den Bedingungen wissenschaftlicher Freiheit und ihrer Verortung innerhalb des theologischen Lehramts. Mitten in politische und sozialethische Debatten führen Reflexionen des Freiheitsbegriffs im Kontext des Postliberalismus sowie der Freiheits- und Emanzipationspotenziale, die Bildung zu eröffnen vermag.

Das Themenheft „Freiheit“ liefert damit differenzierte Impulse und Orientierungen zu aktuellen Fragen und Entwicklungen – und zeigt eine vielfältige Theologie als engagierte und kritische Gesprächspartnerin angesichts großer gesellschaftlicher Herausforderungen.

Mit Beiträgen zum Thema von Bernhard S. Anuth, Ulrich Berges, Ingrid Fischer, Hermann-Josef Große Kracht, Norbert Mette, Martin Stowasser und Gunda Werner, einer Abhandlung von Xénia Sereghy sowie zahlreichen Rezensionen aktueller Publikationen aus allen Feldern der Theologie.

Editorial und Inhaltsverzeichnis Heft 2.2026 "Freiheit"

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Die ThPQ erscheint im Verlag Friedrich Pustet. Die aktuelle Ausgabe ist auch als eBook/PDF erhältlich.

16.04.2026/RK