Licht.Schatten.Dasein. Frauenbilder im Linzer Mariendom

Der Mariendom Linz ist ein herausragendes Beispiel neogotischer Sakralbaukunst des 19. Jahrhunderts und zugleich ein Monument religionspolitischer Entwicklungen. 
Das Bildprogramm des Doms reagierte auf gesellschaftliche Entwicklungen in der Moderne, als durch Industrialisierung und Säkularisierung tradierte Arbeits- und Lebensmodelle verworfen und geschlechtsspezifische Rollen und Familienvorstellungen hinterfragt wurden. Die christliche Soziallehre drohte an normativer Kraft zu verlieren.
Die Bilder im Dom bemühen sich, dem entgegen zu wirken. Sie zeigen Heilige und ‚profane‘ fromme Frauen, die in ihrem Leben und Wirken vorbildlich für Frauen und Mütter, für Familie und engagierte Christinnen stehen sollen.

Die von Martina Resch und Anna Minta 2021 in Linz herausgegebene Broschüre LICHT SCHATTEN DASEIN lenkt den Blick auf Darstellungen von Frauen, die, in deutlicher Minderzahl gegenüber Männerdarstellungen, zunächst zu suchen sind.
Es werden darin sechs Beispiele vorgestellt, in denen der religiöse Hintergrund der Frauen aufgezeigt, die sozialgeschichtliche Position beschrieben und die künstlerischen Umsetzungen thematisiert werden.