Übersetzungen

Isabella Guanzini, Übersetzungen. Das Religiöse im säkularen Denken, Freiburg i. Br.–Basel–Wien 2026.

Biblische und theologische Kategorien wie Auferstehung, Inkarnation, Berufung und Vergebung, selbst voraussetzungsreiche Begriffe wie kenosis oder agape begegnen in den letzten Jahrzehnten vermehrt in säkularen Diskursen. Von Martin Heidegger und Hannah Arendt über Julia Kristeva und Jacques Lacan bis Giorgio Agamben und Slavoj Žižek werden Elemente religiöser Sprache systematisch übernommen und transformiert, um Subjektivität und Gemeinschaft zu hinterfragen und Komplexitäten der Gegenwart politisch zu reflektieren.

Ausgangspunkt der hier versammelten Beiträge ist die Überzeugung, dass religiöse Narrative und Symbole gerade in einer Zeit fortschreitender Säkularisierung und Pluralisierung neu gelesen werden: Sie erfahren Prozessen der Übersetzung, Re-Signifikation und Verortung in andere symbolische Konstellationen und können so ihre kritisch-prophetische Dimension ganz neu entfalten.

Inspiriert u. a. von Jacques Derridas, Paul Ricoeur, Walter Benjamin und Antoine Berman versteht Guanzini Übersetzung als ethische Praxis – als Praxis, die sich jedem Dogmatismus und jeder Gleichförmigkeit widersetzt und in Offenheit gegenüber der Andersheit gründet. In diesem Horizont untersucht und reflektiert der Band säkulare Übersetzungen und Metamorphosen des Religiösen im Gespräch mit kontinentalen Philosophien, der lacanschen Psychoanalyse und Positionen der Ästhetik.

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