Verleihung von akademischen Graden an der KU Linz.

Am Samstag, dem 31. Jänner 2026 fand an der Katholischen Privat-Universität Linz die feierliche Verleihung der akademischen Grade statt. Im Wintersemester haben acht Studierende der Fakultät für Theologie sowie der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft ihr Studium beendet und einen Abschluss erworben.

Seit jeher begleiten Staunen und Zweifel die Wissenschaft, so Rektor Michael Fuchs in seiner Begrüßung. Es sei jedoch gerade heute, angesichts des Verlustes von Selbstverständlichkeiten und Gewissheiten, wichtig, dass Wissenschaft auf Erklärungen, Argumente und Auswege ziele. Diese bewusste Perspektive zeige sich auch in den heurigen Abschlussarbeiten, die dazu beitragen, Orientierung zu gewinnen. 

In die Zeit der Etablierung der Universitäten als Lehr- und Forschungsinstitutionen führte Promotor Andreas E. Graßmann, Professor für Kirchenrecht an der Fakultät für Theologie, indem er einen Text von Thomas von Aquin in den Mittelpunkt stellte: Dieser verfasste im 13. Jahrhundert einen Brief „Über die Weise zu studieren“ (Epistola de modo studendi), eine Art von Best-Practice-Ratgeber für ein gelingendes Studium. Beispielhaft zeigte Graßmann an drei der Ratschläge auf, dass uns dieser Text auch nach fast 800 Jahren noch ansprechen und inspirieren kann. So empfiehlt Thomas, sich nicht gleich ins “Meer” zu stürzen, sondern den Weg über “Bäche” zu nehmen – durch das Leichte zum Schwierigen vorzudringen, mit Bedacht und Konzentration, denn ohne Genauigkeit im Kleinen stehe das Große auf tönernen Beinen. Dabei gelte es, für Anstrengungen bereit zu sein: Wertvolle Einsichten fänden sich nämlich oft nicht im Gefälligen, sondern im Sperrigen und Herausfordernden. Den Rat des Thomas, die “Reinheit des Gewissens” zu bewahren, übersetzte Promotor Graßmann so: Auch an einer Universität “menschelt” es, Freundschaften entstehen, manchmal auch Konkurrenzen. Gestern wie heute erschöpfe sich der Sinn von Wissenschaft nicht darin, Türöffner für gute Jobs und Karrieren zu sein – sondern er liege in der Ausbildung kritisch-reflexiver Kompetenzen.

In ihrer “Rede einer Absolventin” blickte Ružica Romić an den Beginn des Studiums zurück: auf die Fragen, die sie sich stellte und die sie motivierten, aber auch auf die Fragen, mit denen sie, wie auch viele ihrer Kommiliton:innen, konfrontiert wurden: “Wieso Philosophie?”, “Wieso Theologie?” Oder: “Wieso Kunstwissenschaft?” Jetzt, am Ende des Studiums, könne sie darauf neu und durchaus selbstbewusst antworten: Um in der Auseinandersetzung mit den „unausweichliche Fragen“ des Menschseins, wie Immanuel Kant sie nannte, mit den Gedanken, Ideen und Überlegungen, die uns eine reiche Tradition vermittelt, nicht bloß Nach-Denkerin und Konservatorin zu sein, sondern konstruktive und kritische Gesprächspartnerin und Weiter-Denkerin – immer im Blick auf das Hier und Heute, aber stets im Bewusstsein, “auf den Schulten von Riesen” stehend Teil des “Staffellaufs” der Wissenschaft zu sein, der auch morgen noch weitergeht.

Musikalisch gestaltet wurde die Feier von Aaliyah und Declyn Lehner.

Wir gratulieren unseren Absolventinnen und Absolventen sehr herzlich!

Folgende akademische Grade wurden verliehen:

  • Lizentiat der Katholischen Theologie (an der Fakultät für Theologie): Saji Bavakkat Paul OCD
  • Magisterium der Theologie (an der Fakultät für Theologie): Melwin Roozarieo, Sabrina Zöttl BA MA
  • Master of Philosophy (an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft): Ružica Romić BA, Peter Schink BA MA
  • Bachelor of Arts (an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft): Julian Maria Mayr, Nana Oniani, Vera Wittenberg

Nana Oniani konnte an der Verleihungsfeier nicht teilnehmen.

Rede der Absolventin

2.2.2026/RK/HE