Aschermittwochsgespräch: Für einen fairen und gerechten Fortschritt.

Gemeinsam mit der Katholischen Privat-Universität Linz luden die Sparkasse Oberösterreich und ihre Mehrheitseigentümerin, die Anteilsverwaltung Sparkasse Oberösterreich, am 18. Februar 2026 zum 24. Aschermittwochsgespräch. Im Mittelpunkt stand die Frage, wie wirtschaftlicher Erfolg und ethische Verantwortung heute zusammengedacht werden können. Peter Filzmaier hielt die Keynote, Assistenz-Professor Bernd Ziegler (Institut für Katechetik, Religionspädagogik und Pädagogik, KU Linz) war am Podium vertreten.

Den zentralen Impuls setzte Politik- und Kommunikationswissenschaftler Peter Filzmaier mit seiner Keynote “Fairness, Fortschritt und Gerechtigkeit: Jeder ist dafür und keiner tut was?". Filzmaier beleuchtete dabei, warum das Spannungsfeld zwischen gesellschaftlichem Anspruch und tatsächlichem Handeln so groß ist und welche Bedeutung Unternehmen und der Staat bei der Überbrückung dieser Lücke einnehmen. Er zeigte auf, dass nachhaltiger wirtschaftlicher Erfolg zunehmend davon abhängt, wie glaubwürdig Unternehmen Verantwortung übernehmen und Fairness im eigenen Handeln verankern.

Fairness und Gerechtigkeit dürfen keine abstrakten Ideale sein. In der Theorie ist zwar jeder dafür, nur bleibt das im wirtschaftlichen Alltag häufig ein Lippenbekenntnis. Oft auch, weil man einfach nicht daran denkt. Fortschritt bedeutet jedoch, dass man Neuentwicklungen im Gewinninteresse mit fairen und gerechten Handlungsweisen verbindet", unterstrich Filzmaier in seiner Keynote.

Im Anschluss diskutierten auf dem Podium Generaldirektorin Stefanie Christina Huber (Sparkasse Oberösterreich), Peter Filzmaier, Georg Emprechtinger (TEAM 7) und Bernd Ziegler (KU Linz) über die Rolle der Wirtschaft als gesellschaftliche Gestaltungskraft. Dabei wurden zentrale Fragen adressiert: Welche gesellschaftlichen Mechanismen beeinflussen faire Politikgestaltung? Welche Rahmenbedingungen braucht es, um nachhaltigen Fortschritt zu ermöglichen? Und wie gelingt es, ethische Prinzipien im täglichen Wirtschaften zu leben?

Stefanie Christina Huber betonte, dass Banken und Unternehmen heute mehr denn je eine Vorbildfunktion innehaben: “Es liegt an uns, Wirtschaft so zu gestalten, dass sie für alle einen Mehrwert schafft. Fairness und Fortschritt sind kein Widerspruch – sie sind die Basis eines zukunftsfähigen Geschäftsmodells."

In der Diskussion hob Bernd Ziegler hervor, dass insbesondere auch “religiöse Bildungsangebote einen wichtigen Beitrag zum Diskurs über eine gerechte Gesellschaft leisten. Sie können Jugendliche und Erwachsene darin fördern, religiöse wie säkulare Vorstellungen von Gerechtigkeit kritisch zu reflektieren, fair zu diskutieren und politisch zu artikulieren."

Mit dem Thema "Fortschritt braucht Fairness – wie gestalten wir soziale Gerechtigkeit neu?" zeigte das 24. Aschermittwochsgespräch einmal mehr seine Bedeutung als Plattform für gesellschaftliche Debatten und Impulsgeber für ein verantwortungsvolles Wirtschaften.

20.2.2026/Quelle: Sparkasse OÖ/Manzenreiter