Mögliche Diplom- und Doktorarbeitsthemen aus der Theologie der Spiritualität

Noch vor einem halben Jahrhundert hieß Gehorsam in der katholischen Kirche, aber insbesondere in den Orden: Den Oberen nicht widersprechen! Ordensleute gaben praktisch beim Eintritt ihre Mündigkeit ab. Doch traf diese Praxis tatsächlich die ursprünglichen Intentionen der GründerInnen? Hinzu kommt die Frage, inwieweit sich der Gehorsam z.B. einer apostolischen Gemeinschaft von dem einer monastischen oder streng kontemplativen abhebt. Muss die Konkretion des Gehorsamsversprechens nicht notwendig…

Ordensregeln stellen jahrtausende alte Verdichtungen christlicher Spiritualität dar. In ihnen wird Regeln zum gemeinsamen Essen und Trinken im Kloster oftmals viel Platz eingeräumt. Umso mehr verwundert es, dass das Thema Essen und Trinken in den Orden heutzutage nur sehr marginal reflektiert wird. Welche Impulse können die klösterlichen Regelungen zu Mahl- und Trinkgemeinschaft für eine christliche Spiritualität liefern?

Wallfahren erlebt einen Boom. Und doch gibt es bislang keine Theologie der Wallfahrt. Dieses Reflexionsdefizit steht im Kontrast zu dem Potenzial, das gerade die Wallfahrt für theo-logisches Nachdenken besäße. Denn von ihrer enormen existenziellen Dichte, Ganzheitlichkeit, Schöpfungsnähe und zeitlichen Erstreckung her betrachtet stellt sie einen herausragenden Ort liturgischen Feierns und damit einen vorzüglichen Ort theologischen Nachdenkens dar.

Die klassische Weise der christlichen Kontemplation ist durch die Mönche Evagrius Ponticus und Johannes Cassian entwickelt worden. Bis heute wird sie von vielen LehrerInnen christlicher Spiritualität als die eine und einzige Weise echter Kontemplation verstanden. Dabei werden aber selten die stoischen und platonischen Hintergründe dieser Gebetspraxis hinterfragt, die das Loslassen aller irdischen Dinge fordern und die absolute Leidenschaftslosigkeit (Apatheia) als Ideal geistlichen Lebens…

Obwohl er uns entweder durch Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld oder durch die Berichterstattung der Medien beinahe täglich vor Augen steht, ist er dennoch alles andere als alltäglich geworden: der Tod. Nichts ist so unausweichlich und wird gleichzeitig immer noch so tabuisiert wie das eigene Sterben. Als punktuelles Ereignis, das dem Leben ein Ende setzt, soll der Tod – so scheint es – den momentanen Lebensvollzug möglichst wenig beeinträchtigen. Aber gerade das Gewahrwerden der…

Die andauernde und schwere emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung wird seit den 1970er-Jahren als Burnout bezeichnet und erforscht. Mittlerweile gilt das Ausgebrannt-Sein als weit verbreitetes Problem: In Österreich sind laut Ärztekammer 500.000 Menschen von Burnout betroffen; 1,1 Millionen sind „gefährdet“. Die Ursache für Burnout liegt in der Regel in einer Überidentifizierung mit bestimmten Lebensbereichen und Aufgaben. Grenzen werden permanent überschritten: Betroffene oder…

Die andauernde und schwere emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung wird seit den 1970er-Jahren als Burnout bezeichnet und erforscht. Mittlerweile gilt das Ausgebrannt-Sein als weit verbreitetes Problem: In Österreich sind laut Ärztekammer 500.000 Menschen von Burnout betroffen; 1,1 Millionen sind „gefährdet“. Die Ursache für Burnout liegt in der Regel in einer Überidentifizierung mit bestimmten Lebensbereichen und Aufgaben. Grenzen werden permanent überschritten: Betroffene oder…

Obwohl er uns entweder durch Erfahrungen aus dem persönlichen Umfeld oder durch die Berichterstattung der Medien beinahe täglich vor Augen steht, ist er dennoch alles andere als alltäglich geworden: der Tod. Nichts ist so unausweichlich und wird gleichzeitig immer noch so tabuisiert wie das eigene Sterben. Als punktuelles Ereignis, das dem Leben ein Ende setzt, soll der Tod – so scheint es – den momentanen Lebensvollzug möglichst wenig beeinträchtigen. Aber gerade das Gewahrwerden der…

Die klassische Weise der christlichen Kontemplation ist durch die Mönche Evagrius Ponticus und Johannes Cassian entwickelt worden. Bis heute wird sie von vielen LehrerInnen christlicher Spiritualität als die eine und einzige Weise echter Kontemplation verstanden. Dabei werden aber selten die stoischen und platonischen Hintergründe dieser Gebetspraxis hinterfragt, die das Loslassen aller irdischen Dinge fordern und die absolute Leidenschaftslosigkeit (Apatheia) als Ideal geistlichen Lebens…

Wallfahren erlebt einen Boom. Und doch gibt es bislang keine Theologie der Wallfahrt. Dieses Reflexionsdefizit steht im Kontrast zu dem Potenzial, das gerade die Wallfahrt für theo-logisches Nachdenken besäße. Denn von ihrer enormen existenziellen Dichte, Ganzheitlichkeit, Schöpfungsnähe und zeitlichen Erstreckung her betrachtet stellt sie einen herausragenden Ort liturgischen Feierns und damit einen vorzüglichen Ort theologischen Nachdenkens dar.

Ordensregeln stellen jahrtausende alte Verdichtungen christlicher Spiritualität dar. In ihnen wird Regeln zum gemeinsamen Essen und Trinken im Kloster oftmals viel Platz eingeräumt. Umso mehr verwundert es, dass das Thema Essen und Trinken in den Orden heutzutage nur sehr marginal reflektiert wird. Welche Impulse können die klösterlichen Regelungen zu Mahl- und Trinkgemeinschaft für eine christliche Spiritualität liefern?

Noch vor einem halben Jahrhundert hieß Gehorsam in der katholischen Kirche, aber insbesondere in den Orden: Den Oberen nicht widersprechen! Ordensleute gaben praktisch beim Eintritt ihre Mündigkeit ab. Doch traf diese Praxis tatsächlich die ursprünglichen Intentionen der GründerInnen? Hinzu kommt die Frage, inwieweit sich der Gehorsam z.B. einer apostolischen Gemeinschaft von dem einer monastischen oder streng kontemplativen abhebt. Muss die Konkretion des Gehorsamsversprechens nicht notwendig…

Wallfahren erlebt einen Boom. Und doch gibt es bislang keine Theologie der Wallfahrt. Dieses Reflexionsdefizit steht im Kontrast zu dem Potenzial, das gerade die Wallfahrt für theo-logisches Nachdenken besäße. Denn von ihrer enormen existenziellen Dichte, Ganzheitlichkeit, Schöpfungsnähe und zeitlichen Erstreckung her betrachtet stellt sie einen herausragenden Ort liturgischen Feierns und damit einen vorzüglichen Ort theologischen Nachdenkens dar.

Ordensregeln stellen jahrtausende alte Verdichtungen christlicher Spiritualität dar. In ihnen wird Regeln zum gemeinsamen Essen und Trinken im Kloster oftmals viel Platz eingeräumt. Umso mehr verwundert es, dass das Thema Essen und Trinken in den Orden heutzutage nur sehr marginal reflektiert wird. Welche Impulse können die klösterlichen Regelungen zu Mahl- und Trinkgemeinschaft für eine christliche Spiritualität liefern?

Die andauernde und schwere emotionale, körperliche und geistige Erschöpfung wird seit den 1970er-Jahren als Burnout bezeichnet und erforscht. Mittlerweile gilt das Ausgebrannt-Sein als weit verbreitetes Problem: In Österreich sind laut Ärztekammer 500.000 Menschen von Burnout betroffen; 1,1 Millionen sind „gefährdet“. Die Ursache für Burnout liegt in der Regel in einer Überidentifizierung mit bestimmten Lebensbereichen und Aufgaben. Grenzen werden permanent überschritten: Betroffene oder Gefährdete engagieren sich in hohem Maße, ihre Kraftquellen kommen hingegen nicht mehr ausreichend zum Tragen. Was sind mögliche Ursachen für Burnout? Welche person- und systemabhängigen Faktoren beeinflussen die Dynamik des Burnout-Prozesses? Gibt es für gefährdete Personen Hilfen, die im Licht des christlichen Glaubens und der Spiritualität deutlich werden? Welche Handlungserfordernisse gibt es im Hinblick auf besonders stark betroffene Bereiche – wie etwa den kirchlichen Dienst?

Schon seit zwanzig Jahren ist bekannt, dass die Industriegesellschaften nicht mehr so weiter leben können, wie sie es bis heute tun. Unser Lebensstil verschlingt viel zu viel Energie und Ressourcen und produziert zu viele Treibhausgase. Die Auswirkungen sind bekannt. Ereignisse wie das Hochwasser von 2002 und Hurrikan Kathrina im Jahr 2005 haben eindrucksvoll gezeigt, wie massiv und kompromisslos der Klimawandel zuschlagen kann. 
Um dieser Sackgasse zu entfliehen, wurde schon Ende der Achtziger¬jahre das Leitbild der Nachhaltigen Entwicklung entwickelt. Doch anstatt die Treibhausgase zu reduzieren sind diese seit der UN-Konferenz von Rio 1992 noch weiter angestiegen – in Österreich um derzeit 18%. Warum gelingt es nicht, sich entschieden zu einem nachhaltigen Leben auf den Weg zu machen? 
Es dürfte zu einem Großteil daran liegen, dass dazu eine Umkehr zu einem völlig anderen Lebensstil nötig ist: „Ohne einen Gesinnungswandel hinsichtlich der Wohlstandsvorstellungen und des Lebensstils bleiben alle Bemühungen um eine Reform der gesellschaftlichen Strukturen erfolglos.“ (Die deutschen Bischöfe)
Wie können wir uns auf einen gemeinsamen zukunftsfähigen Weg machen? Welche Einstellungen können uns dazu motivieren, unser Leben umzukrempeln und solidarisch mit den Armen der Welt und den späteren Generationen so zu leben, dass nicht wenige die Möglichkeiten von vielen verbrauchen? Klassisch wurden solche Lebensstiländerungen von den Religionen und in ihnen von den Ordensgemeinschaften angestoßen. 
Die Regel des heiligen Benedikt ist mit Sicherheit die einflussreichste in der Geschichte der christlichen Ordensgemeinschaften. Über Jahrhunderte hat sie das Leben der abendländischen Gesellschaften geprägt. Kann benediktinische Spiritualität vielleicht auch bei der Suche nachhaltiger Lebensstile eine Hilfestellung sein?

Wie schon einmal in der griechischen Antike ist der Appell an die Demut als Tugend heute weit gehend verpönt. Das kann kaum verwundern, wenn man betrachtet, wie der Begriff in den vergangenen hundert Jahren missbraucht wurde. Demut bedeutete das bedingungslose Zurückstellen der eigenen Wünsche und Bedürfnisse zugunsten anderer sowie das ständige Bewusstmachen der eigenen abgrundtiefen Sündigkeit. Ursprünglich aber meint Demut etwas ganz anderes: Das dankbare Bewusstsein um die eigene Geschöpflichkeit, das uns Menschen als endliche und bedürftige Wesen charakterisiert, aber gerade so den Wert und die Schönheit des Lebens entdecken lässt. Können wir im Zeitalter der Umweltbedrohung ein solches Verständnis neu entdecken?

Noch vor einem halben Jahrhundert hieß Gehorsam in der katholischen Kirche, aber insbesondere in den Orden: Den Oberen nicht widersprechen! Ordensleute gaben praktisch beim Eintritt ihre Mündigkeit ab. Doch traf diese Praxis tatsächlich die ursprünglichen Intentionen der GründerInnen? Hinzu kommt die Frage, inwieweit sich der Gehorsam z.B. einer apostolischen Gemeinschaft von dem einer monastischen oder streng kontemplativen abhebt. Muss die Konkretion des Gehorsamsversprechens nicht notwendig auf die umfassende „Gestalt“ eines Ordens und seiner Regel bezogen werden?

(Kopie 1)

Immer stärker geraten die Gesundheitssysteme der westlichen Industrieländer unter ökonomischen Druck. Die Ursachen dafür liegen nicht nur im gewaltigen Fortschritt der Medizin. Sie sind weit vielschichtiger und komplexer. Auf der anderen Seite ist klar, dass in einer Gesellschaft mit immer mehr alten und immer weniger jungen Menschen die Grenzen der finanziellen Möglichkeiten bald erreicht sein werden. „Allen das Beste zu geben“ – dieses Motto ist der Traum vom Schlaraffenland, aber nicht die Wirklichkeit einer endlichen Welt. Wie aber kann eine Begrenzung medizinischer Leistungen ethisch gerecht strukturiert werden? Wie lässt sich verhindern, dass die Reichen alles und die Armen nichts bekommen? Und was kann die Theologie zur Lösung dieser Probleme beitragen?