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Zur Geschichte der KU Linz

Historisch betrachtet ist die Katholische Privat-Universität Linz die älteste der „Hohen Schulen" von Linz. Seit über 300 Jahren wird hier Theologie betrieben. 1669 wird im Gebäude der Landschaftsschule ein vom Jesuitenorden geführtes philosophisches und kirchenrechtliches Studium angeboten, das 1672 auch um theologische Lehrveranstaltungen erweitert wird. Der Ausbau zum theologischen Vollstudium erfolgt unter Kaiserin Maria Theresia. Mit der Aufhebung der Gesellschaft Jesu im Jahre 1773 geht die theologische Lehranstalt in die Hände des Staates über. Von 1783 bis 1793 ist der Studienbetrieb (auf Grund der Einrichtung der josephinischen Generalseminarien) unterbrochen, wird jedoch 1794 wieder aufgenommen. Das Ende des Josephinismus führt am 30. Juni 1850 zur Umwandlung der staatlichen „K.K. Studienanstalt für Theologie" in eine bischöfliche Diözesanlehranstalt, die 1853 die Räume des Priesterseminars in der Harrachstraße bezieht.

Der Weg zur Theologischen Fakultät

1971 wird die ehemalige Philosophisch-Theologische Lehranstalt Linz zur  „Philosophisch-Theologischen Hochschule der Diözese Linz" ernannt und 1978 durch die Kongregation für das katholische Bildungswesen zunächst ad experimentum, 1988 definitiv in den Rang einer Theologischen Fakultät erhoben. Als „Katholisch-Theologische Hochschule Linz / Theologische Fakultät" (KTHL) ist sie damit berechtigt, akademische Grade zu verleihen, die auf der Grundlage des Konkordates vom 5. Juli 1933 auch staatsrechtlich anerkannt sind. Das Bundesministerium für Unterricht und Kunst hat mit Schreiben vom 22. Mai 1979 und vom 18. September 1979 diese Gesetzeslage bestätigt.

Das Wappen der Universität

Anlässlich der Fakultätserhebung (1978) gibt sich die Hochschule auch ein Wappen, das folgende Elemente enthält: Der Schild ist im unteren Bereich geteilt und zeigt links einen halben Doppeladler, womit die Beziehung zur Republik Österreich zum Ausdruck gebracht wird. Der rechte Teil des Schildes stammt aus dem Diözesanwappen, dessen Ursprung nicht völlig geklärt ist. Der Tradition nach wurden die Leinenblüten in Anspielung auf den Namen Linz (Lentia) gewählt; in ihrer Dreizahl sollen sie frühe Kirchen der Stadt Linz symbolisieren: die Martinskirche und die Stadtpfarrkirche südlich sowie die nicht mehr bestehende Nikolauskirche nördlich der Donau (Urfahr). Das blaue Band dazwischen bedeutet die Donau. Die gekreuzten „Petrusschlüssel" im oberen Feld bringen die Bindung der päpstlichen Fakultät an Rom zum Ausdruck. Gekrönt wird das Wappen von der aufgeschlagenen Heiligen Schrift mit den griechischen Buchstaben Alpha und Omega, womit ein Verweis auf die Hauptquelle der theologischen Wissenschaft gegeben ist, bzw. auf Christus als Anfang und Ende aller Theologie (Offb 1,8).

Akkreditierung als erste österreichische Privatuniversität

Mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 2. August 2000 wird die Katholisch-Theologische Hochschule Linz als erste Privatuniversität Österreichs akkreditiert. Das Fakultätskollegium hat bereits vorab in seiner außerordentlichen Sitzung am 27. Oktober 1999 beschlossen, nach erfolgter Akkreditierung den Namen in „Katholisch-Theologische Privatuniversität Linz" (KTU Linz) abzuändern.

Errichtung eines "Instituts für Kunstwissenschaft und Philosophie ad instar facultatis"

Nach mehrjährigen Vorbereitungen wird mit 2. Februar 2005 durch die Kongregation für das Katholische Bildungswesen das „Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie" (IKP) im Fakultätsrang („ad instar facultatis“) mit spezifisch philosophischem Graduierungsrecht errichtet. Gemäß der üblichen Praxis erfolgt dies zunächst ad experimentum auf fünf Jahre. Auf dieser Grundlage bietet das IKP seit dem Studienjahr 2005/2006 philosophisch-kunstwissenschaftliche Studien an. Nach fünfjähriger Einführungsphase erfolgt mit 2. Februar 2010 die Bestätigung der Errichtung des IKP „donec aliter provideatur“ durch die Bildungskongregation (Dekret vom 10. Dezember 2009). Damit ist das IKP im Status einer geisteswissenschaftlichen Fakultät dauerhaft an der KU Linz errichtet.

Neue Studienpläne

Im Zuge der Veränderungen im Europäischen Hochschulwesen reagiert auch die KU auf die Vorgaben des sogenannten „Bologna-Prozesses". So werden nach Approbation durch die Römische Bildungskongregation per Dekret des Magnus Cancellarius mit Rechtswirkung vom 1. Oktober 2008 neue Studien in Kraft gesetzt.

Das bisherige Diplomstudium Katholische Religionspädagogik wird nunmehr als dreijähriges „Bakkalaureatsstudium Katholische Religionspädagogik" (mit dem abgekürzten Titel Bacc.rel.paed) und einem darauf aufbauenden zweijährigen „Magisterstudium Katholische Religionspädagogik" (Mag.rel.paed) angeboten. Das Diplomstudium Katholische Theologie bleibt als fünfjähriges Studium bestehen.

Das bisherige vierjährige Diplomstudium „Kunstwissenschaft-Philosophie" wird ebenfalls ab dem Studienjahr 2008/09 durch ein dreijähriges „Bachelorstudium Kunstwissenschaft-Philosophie" (mit dem Titel Bachelor of Arts, BA) ersetzt, woran ein zweijähriges „Masterstudium Kunstwissenschaft-Philosophie" (Master of Arts, MA) angeschlossen werden kann.

Weiterhin besteht an beiden Fakultäten die Möglichkeit zur Promotion sowie zur Habilitation.

Errichtung einer Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft

Im Zuge des weiteren Ausbaus der Katholisch-Theologischen Universität Linz wurde per Dekret vom 9. Dezember 2014 seitens der Kongregation für das Katholische Bildungswesen das "Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie" zur "Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft" erweitert. Dadurch werden neben den bisherigen philosophisch-theologischen Studien und den aus Kunstwissenschaft und Philosophie kombinierten Studien auch eigenständige Studien der Philosophie und der Kunstwissenschaft ermöglicht. Die Bezeichnung der Einrichtung lautet nun: "Katholische Privat-Universität Linz" (KU Linz). Die Gründungsfeier für die neue Fakultät findet am 5. Oktober 2015 statt.

 

 

Die Privatuniversität

Wie das Gebäude eine subtile architektonische Verschränkung aus einem alten Barockbau und einem Neubau der 1980er Jahre verkörpert, fördert die Universität den Dialog zwischen traditionsreicher Geschichte und Fragen der Gegenwart. Über 30 Wissenschafterinnen und Wissenschafter lehren theologische, philosophische und kunstwissenschaftliche Disziplinen: Altes und Neues Testament, Fundamentaltheologie und Dogmatik, Katechetik, Religionspädagogik und Pädagogik, Kirchengeschichte und Patrologie, Kirchenrecht, Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie, Moraltheologie, Pastoraltheologie und Gesellschaftslehre, Kunstwissenschaft, Philosophiegeschichte, praktische Philosophie und Systematische Philosophie.

Spezifika der Universität sind der Studienschwerpunkt Wirtschaft - Ethik - Gesellschaft, der Dialog von kirchlicher Gegenwart, Theologie und Kunst sowie die persönliche Atmosphäre.

Die öffentliche zugängliche Bibliothek ist die drittgrößte in Linz und zeichnet sich durch ein inhaltlich breites Spektrum an Fachliteratur aus. Als Ort der theologischen, philosophischen und kunstwissenschaftlichen Forschung und Lehre bildet die Privatuniversität ein geisteswissenschaftliches Zentrum Oberösterreichs, an dem einer breiten Öffentlichkeit zugängliche Vorträge, Symposien und Ausstellungen stattfinden. Die rege Forschungstätigkeit der Lehrenden wird über die seit 1848 bestehende Theologisch-praktische Quartalschrift, die Linzer Philosophisch-theologischen Beiträge, die Zeitschrift "kunst und kirche", die Linzer Beiträge zur Kunstwissenschaft und Philosophie sowie zahlreiche Einzelpublikationen weit über die Grenzen Österreichs bekannt gemacht.

Literatur: Rudolf Zinnhobler, Die Katholisch-Theologische Fakultät Linz: Werden, Entwicklung und Gestalt, in: ThPQ 146 (1998) 390-401; unter dem Titel „Die Theologische Fakultät Linz in Geschichte und Gegenwart" auch in: ders./Kriemhild Pangerl, Kirchengeschichte in Linz. Fakultät - Lehrkanzel - Professoren, Linz 2000, 13-26.

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