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Tagung der Interdisziplinären Forschungsgruppe Authentizität.

22. Juni 2018

09:00 - 16:45 Uhr

KU Linz

"Authentizität – Wirkmacht und Deutungskraft in Geschichte und Gegenwart. Interdisziplinäre Annäherungen an einen klärungsbedürftigen Begriff" lautet der Titel der Tagung der Interdisziplinären Forschungsgruppe Authentizität der KU Linz, die am Freitag, dem 22. Juni 2018 stattfindet.

"Authentizität" ist eine Vokabel von fast schon inflationärem Gebrauch: "authentisch" zu sein wird gegenwärtig geradezu zum Ideal eines als geglückt definierten Lebens erhoben. Aber wer ist authentisch – und wenn ja, wodurch? Angesichts der Aktualität von Authentizität als Leitbild einer individualisierten und pluralisierten Gesellschaft, in der Traditionen und Institutionen an orientierender Kraft verloren haben, wird die Klärung dieses bunt schillernden Begriffs zu einer dringlichen Aufgabe, der sich sowohl die zeitdiagnostischen Sozial- und Kulturwissenschaften als auch die seit jeher das personale Selbst reflektierenden Universalwissenschaften von Philosophie und Theologie anzunehmen haben.

Die Interdisziplinäre Forschungsgruppe Authentizität der Katholischen Privat-Universität Linz hat darum aus den verschiedenen Feldern der Forschung fünf international renommierte Referenten eingeladen, nach der geschichtlichen Wirkmacht und gegenwärtigen Deutungskraft des Begriffs der Authentizität zu fragen.

Kontakt: Ass.-Prof. Dr. Christian Rößner, Institut für Theoretische Philosophie. T: +43 732 784293 4147, E- Mail: c.roessner(at)ku-linz.at

Programmfolder

/// PROGRAMM

Fr, 22.06.2018, Katholische Privat-Universität Linz

  • 09:00-09:15    
    Begrüßung durch Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Rektor der KU Linz
  • 09:15-10:15     
    Philosophie | Maximilian Forschner (Erlangen-Nürnberg):
    Über Person und Persönlichkeit oder wie ein Mensch authentisch wirkt. Die Antwort der Stoa.
  • 10:15-10:30    
    Pause
  • 10:30-11:30     
    Religion | Bernhard Lang (Paderborn/Berlin):
    Authentisches Erleben in der Religion? Erörtert anhand eines Fallbeispiels.
  • 11:30-12:30     
    'Geschichte | Achim Saupe (Potsdam):
    Authentizität in der Geschichtskultur. Atmosphäre, Zuschreibung und Analysebegriff?
  • 12:30-14:00    
    Mittagspause
  • 14:00-15:00     
    Theologie | Magnus Striet (Freiburg i. Br.):
    Authentizität – oder: Über die Grenze von Nicht-Identität.
  • 15:00-15:15     Pause 
  • 15:15-16:15     
    Kultur | Andreas Bernard (Lüneburg):
    Komplizen des Erkennungsdienstes: Das authentische Selbst in der digitalen Kultur.
  • 16:15-16:45    
    Abschluss und Verabschiedung 

 /// VORTRAGENDE

Andreas Bernard (Lüneburg)

Dr. Andreas Bernard ist Professor am "Center for Digital Cultures" der Leuphana Universität Lüneburg; 2005 Promotion an der Bauhaus-Universität Weimar über die Geschichte des Fahrstuhls (publ. Fischer 2006); journalistisch-publizistische Tätigkeit (Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung); neben einem Roman ("Vorn": Aufbau 2010) weitere sozio­logisch-kulturhistorische Bücher etwa "Über das Essen" (Jung und Jung 2002), zu Proble­matiken und gesellschaftlichen Konsequenzen neuer Reproduktionstechnologien ("Kinder machen": Fischer 2014) sowie unlängst zum Selbst in der digitalen Kultur ("Komplizen des Erkennungsdienstes": Fischer 2017).

Maximilian Forschner (Erlangen-Nürnberg)

Dr. Maximilian Forschner ist emeritierter Professor am Institut für Philosophie der Friedrich-Alexander- Universität Erlangen-Nürnberg; 1972 Promotion in Philosophie bei Helmut Kuhn mit einer Arbeit zu Kants Autonomie-Begriff; 1980 Habilitation für Philosophie in Erlangen mit einer Arbeit über die Alte Stoa; nach Lehrstuhlvertretungen in Erlangen und Heidelberg 1982-1985 o. Professor für Philosophie an der Universität Osnabrück/Abteilung Vechta, seit 1985 an der Universität Erlangen-Nürnberg; Autor zahlreicher Publikationen; Arbeitsgebiete: praktische Philosophie der griechischen und römischen Antike, des Mittelalters (Thomas von Aquin) und der europäischen Aufklärung (Kant, Rousseau, Mill).

Bernhard Lang (Paderborn/Berlin)

Dr. Dr. h. c. Bernhard Lang ist Professor für Altes Testament (im Ruhestand) an der Universität Paderborn und lebt als freier Autor in Berlin; 1975 Promotion in Tübingen, 1977 Habilitation in Freiburg i. Br.; 1977-1982 Professor für antikes Judentum in Tübingen, 1982-1985 o. Professor für Altes Testament in Mainz, seit 1985 in Paderborn; zahlreiche inter­natio­nale Gastprofessuren und akademische Ehrungen; Autor zahlreicher Publikationen; Forschungs­schwer­punkte: Bibelwissenschaft (bes. Religions- und Kultur­geschichte des Alten Testaments), Kul­tur­geschichte des Christentums mit den Schwerpunkten Jenseitsglaube und Gottesdienst, all­ge­meine Religionswissenschaft.

Achim Saupe (Potsdam)

Dr. Achim Saupe ist wissenschaftlicher Koordinator des Leibniz-Forschungsverbunds "Histo­rische Authentizität" am Zentrum für Zeithistorische Forschung in Potsdam; 2007 Promotion an der FU Berlin zum Thema: "Der Detektiv als Historiker – Der Historiker als Detektiv. Historik, Kriminalistik und der Nationalsozialismus als Kriminalroman" (publ. tran­script 2009); Aufsätze und Herausgeberschaften zu Themen wie: "Authenticity and Victim­hood in Twentieth Century History and Commemorative Culture: Europe and Asia", "Histori­sche Authentizität", "Authentizität und Bauerbe", "Authentisierung im Museum".

Magnus Striet (Freiburg i. Br.)

Dr. Magnus Striet ist Professor für Fundamentaltheologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg i. Br.; 1998 Promotion mit der Arbeit "Das Ich im Sturz der Realität. Philosophisch-Theologische Studien zu einer Theorie des Subjekts im Anschluss an die Spätphilosophie Fried­rich Nietzsches" (publ. Pustet 1998); 2001 Habilitation und Verleihung der venia legendi für das Fach Dogmatik und Dogmengeschichte mit der Arbeit: "Offenbares Geheimnis. Zur Kritik der negativen Theologie" (publ. Pustet 2003); nach Lehrstuhlvertretungen in Tübingen und Münster seit 2004 Professor in Freiburg; Autor zahlreicher Veröffentlichungen; Arbeitsschwer­punkte: Anthropologie, Gotteslehre und Eschatologie.

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