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Wir wünschen frohe und gesegnete Osterfeiertage!

Wenn heute am Karfreitag unsere Universität geschlossen hat und für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein arbeitsfreier sowie für unsere Studierenden ein lehrveranstaltungsfreier Tag ist, dann ist das Ausdruck unseres besonderen institutionellen Ortes der Katholischen Privat-Universität Linz. Für die christlichen Kirchen ist dieser Tag ein Tag der Unterbrechung des Alltags, des Gedenkens an das Leiden und Sterben Jesu Christi. In dieses Gedenken sind alle Leidenden und Opfer von Gewalt und Vernichtung eingeschlossen. Der Philosoph Walter Benjamin und - ihn rezipierend - der Theologe Johann Baptist Metz haben dieses Merkmal des Eingedenkens zum bestimmenden Kennzeichen von Religion überhaupt erklärt: "Religion ist Unterbrechung". 

Auch die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu ist nicht weniger eine ebenbürtige Unterbrechung: der Einbruch einer Hoffnung, die die unerbittliche Tatsache des Todes konterkariert, einer Hoffnung, die seither der Spannung einer ungeheuren Glaubenszusage und der betrüblichen Diagnose über den Lauf und Zustand unserer Welt ausgesetzt ist. Die Wahrheit des Osterglaubens bedarf deshalb auch der Bewahrheitung durch "österliche Menschen", die diese Hoffnung je neu wecken und leben. Für mich ist z.B. der kühne Versuch des französischen Philosophen Gabriel Marcel, diesen Kern des christlichen Glaubens in eine "säkulare Sprache" zu übersetzen, ein solcher Akt der Bewahrheitung: "Einen Menschen lieben heißt sagen: Du wirst nicht sterben. Und dies angesichts von Tod und Vernichtung." 

Im Namen der Leitung der Katholischen Privat-Universität Linz wünsche ich allen gesegnete Ostertage! Möge die Botschaft von Ostern unser Leben berühren und wandeln! Möge die KU Linz ein Ort in dieser Welt sein, wo die Spannung von Eingedenken und Hoffen in allen unseren Disziplinen und in allen Aktivitäten wahrnehmbar ist. 

Herzliche Grüße
Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Rektor

30.3.2018/he

Bildnachweis: pixabay/Heikelr