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Internationales Projekt: Kapelle mit Ikonen in Martinsbrunn.

Mit der neu errichteten Kapelle in Martinsbrunn in Meran wurde Ende Oktober 2018 ein besonderes Juwel der Kirchenkunst in Südtirol eingeweiht. Ausgestattet ist die Kapelle mit einem Zyklus von Ikonen, die dem Christus medicus-Motiv gewidmet sind. Professor Ewald Volgger, Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie der KU Linz, hat das internationale Projekt begleitet.

Unter zahlreicher Beteiligung von Politik und Behörden segnete der Bischof der Diözese Bozen-Brixen Ivo Muser am 27. Oktober 2018 die neu errichtete Kapelle zum hl. Martin in Martinsbrunn in Meran. Univ.-Prof. Dr. Ewald Volgger OT, Vorstand des Instituts für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie der KU Linz, hatte als ausgewiesener Fachmann für Sakralbauten für die Kapelle eine Christus medicus-Bildfolge vorgeschlagen. Eine Kapelle mit direktem Bezug zur Palliativstation sowie zur Senioren- und Pflegeresidenz sollte seiner Ansicht nach ein Kraft- und Trostort sein für den letzten Lebensabschnitt.

Martinsbrunn ist eine Rehabilitationsklinik, ein Gesundheitszentrum mit Palliativeinrichtung. 2017 wurde Martinsbrunn von der Stiftung St. Elisabeth übernommen. Die ukrainische Ikonenmalschule "Radruzh" mit ihrem Leiter Taras Timo fertigte sieben Bildtafeln an, die Christus zeigen, der den Menschen von seinen vielfältigen Leiden und Gebrechen heilen will. Nicht zuletzt auch von der Angst vor dem Tod und der Beziehungslosigkeit. Die 15 biblischen Szenen und Motive, in denen besonders die Frauen berücksichtigt sind, sind vorwiegend Heilungserzählungen. Die Umsetzung des Projektes erfolgte in Kooperation mit der Ukrainischen Katholischen Universität Lwiw. 

Der Auftrag zur liturgischen Ausstattung der Kapelle ging an die Holz Werkstatt Markus Faißt in Hittisau im Bregenzerwald (Vorarlberg). Tabernakel, Altar und Ambo wurden bei einem renommierten internationalen Design-Wettbewerb mit einem Preis gewürdigt. Während der Eucharistiefeier wurden Kapelle, Ambo, Altar und Tabernakel gesegnet. Am Schluss erfolgte die Weihe der Ikonen nach ostkirchlichem Vorbild, ein besonders ergreifender Moment. Es wurde deutlich, dass solche Bilder nur begleitet durch Gebet und Fasten entstehen können.

ORF-Beitrag Südtirol heute

16.11.2018/Florian Wegscheider/he

Die neu errichtete Kapelle zum hl. Martin in Martinsbrunn in Meran mit Ikonen-Zyklus.

Die neue Kapelle zum hl. Martin in Martinsbrunn in Meran mit Ikonen, die dem Christus medicus-Motiv gewidmet sind.

Weihe der Kapelle in Martinsbrunn, die mit ostkirchlichen Ikonen ausgestaltet wurde.

Weihe der Kapelle in Martinsbrunn, die nach westlichem Verständnis mit ostkirchlichen Ikonen ausgestaltet wurde. Mit Bischof Ivo Muser und Univ.-Prof. Dr. Ewald Volgger OT (Bildmitte).