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Fünfteilige Sendereihe zum Symposium "Anstoß Gruber".

Der Pädagoge und Priester Johann Gruber wurde am 7. April 1944 im Konzentrationslager Gusen ermordet. Während seiner Zeit im KZ stand er seinen Mithäftlingen seelsorgerisch zur Seite und versorgte diese mit der sogenannten "Gruber-Suppe". Im Rahmen eines Symposiums anlässlich des 75. Todestages wurden zentrale Aspekte dieser "anstößigen" Persönlichkeit thematisiert. Das Freie Radio Freistadt hat die Beiträge aufbereitet.

Johann Grubers Leben und Wirken stand am 5. April 2019 im Mittelpunkt einer Tagung an der Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz. In vier Impulsreferaten und drei Workshops wurden zentrale Aspekte dieser "anstößigen" Persönlichkeit thematisiert. Weitere Programmpunkte waren eine Podiumsdiskussion zum Theaterstück von Thomas Baum "Der Fall Gruber" und zur Bedeutung der Person Gruber sowie die Präsentation des Siegerprojektes und der Einreichungen des Kunstwettbewerbs zur Errichtung eines Gedenkortes, der noch in diesem Jahr an der Pädagogischen Hochschule umgesetzt werden soll.

Bischof Manfred Scheuer, Andreas Schmoller vom "Franz und Franziska Jägerstätter Institut" und Thomas Baum, Autor des Theaterstücks "Der Fall Gruber", riefen seine umstrittene Persönlichkeit, sein solidarisches Handeln und seine Form des Widerstands gegen damalige politische und kirchliche Systeme in Erinnerung. Der Theologe Andreas Telser brachte einen neuen Aspekt ein: Wie könnte heute eine "Lehre von Gott" aussehen, die aus Grubers Leben, seinem Wirken und seinem Sterben heraus zu verstehen ist?

Wie Johann Gruber seinen eigenen Glauben verstanden habe, sei nicht bekannt, so Andreas Telser. Als fromm wurde der Priester nicht erlebt, und bis heute wurden keine theologischen Aufzeichnungen gefunden. Doch Andreas Telser ist überzeugt: Gottes Wort, die Frohe Botschaft, ist in Johann Grubers Worten und Taten erkennbar. Er machte den "angeschlagenen" Menschen Mut und lehrte sie den "Lebensglauben". Durch seine Zuwendung hat er viele berührt, die Bewohner/innen der Blindenanstalt, die Mithäftlinge im Konzentrationslager. Das wirkt nach bei jenen, die heute noch von seiner Person inspiriert werden. Andreas Telser sieht zwei Anhaltspunkte für die Erarbeitung einer Theologie: Zum einen sollte darin die Geschichte Johann Grubers und seiner Zeitgenossen "eingeschrieben" sein, zum anderen könnte es eine Theologie des (körperlichen) Hungers, verbunden mit dem Stillen dieses Hungers, sein. 

Quelle: KirchenZeitung

Das Freie Radio Freistadt hat die Aufzeichnungen der Vorträge aufbereitet. Die 5-teilige Sendereihe ist von Freitag, 10. Mai 2019 bis Dienstag, 14. Mai 2019 jeweils um 18:00 Uhr hören.

Sendereihe zum Symposium "Anstoß Gruber"

Weitere Informationen zum Symposium finden Sie auf der Website der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz

09.05.2019/he/sm

Symposium. Franz Froschauer spielt die Anfangsszene aus Thomas Baums "Der Fall Gruber".

Symposium. Franz Froschauer spielt die Anfangsszene aus Thomas Baums "Der Fall Gruber".