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Kontrast

Exkursion des AbsolventInnenvereins ins PANEUM.

Der Freundschafts- und AbsolventInnenverein der KU Linz (FAV) lud seine Mitglieder am 21. Mai 2019 ins PANEUM, der "Wunderkammer des Brotes" in Asten ein, um der Bedeutung des Brotes für die Menschen nachzuspüren. Kein Nahrungsmittel hat eine ähnliche Bedeutung für das Leben des Menschen wie Brot. Aus diesem Grund spielt das Brot nicht nur als Grundnahrungsmittel im Alltag, sondern auch in fast allen Kulturen und Religionen eine zentrale Rolle.

Vorbild für die Ausstellung im PANEUM ist die Idee der Wunderkammer, entstanden im Italien des 16. Jahrhunderts. Ausgestellt wurden in diesen Wunder- oder Kunstkammern, die ein Sammlungskonzept aus der Frühphase der Museumsgeschichte darstellen, Raritäten und Kuriositäten unterschiedlichster Herkunft. Nicht streng wissenschaftliche Kriterien zeichnen diese Sammlungen aus, sondern Buntheit und eine einzigartige Mischung. Entsprechend der Definition von "Wunderkammer" – Sammlung und Ausstellung außergewöhnlicher und staunenswerter Dinge – bietet das PANEUM, gegründet von Peter Augendopler, auf vier Etagen eine Sammlung von Exponaten, die von ägyptischen Kornmumien, peruanischen Totempfählen, chinesischen Getreidespeichern, Zunftgeräten, Gemälden, Meißner Porzellan bis zum Spielzeugauto reicht. Die Sammlung – an dessen Beginn eine kleine Figur, ein Konditor aus Meißner Porzellan aus dem 18. Jh. steht – zeichnet die Entwicklung des Brotes von seiner "Erfindung" in der Jungsteinzeit bis zur Brotvielfalt unserer Zeit ebenso nach wie den Weg des Brotes vom Getreideacker über Mühle und Bäckerei bis zum Konsumenten. Die Stationen an diesem Weg haben sich über die Jahrtausende nicht geändert und doch ist nichts gleich geblieben. Auch das wird im PANEUM spürbar. 

Steht der Besucher vor dem beeindruckenden Bau des PANEUM, drängt sich ihm unweigerlich die Frage auf: Was ist das? Was stellt das Gebäude dar? "Es ist ... ein Wolkenschiff", sagt der Architekt, mit dem – ähnlich einer Arche Noah – wertvolle Objekte gleichsam in eine andere Welt gerettet werden sollen. Auch der Rundgang durch das PANEUM ist eine architektonische Entdeckungsreise. Kanten und fließende Linien, Holz und Edelstahl, Tradition und Innovation, hell und dunkel: Die Architektur lebt von Gegensätzen, zieht aus Kontrasten ihre Dynamik und Faszination.

Die Ausstellung im PANEUM zeigt: Das Brot besitzt in fast allen Religionen und Kulturen zentrale Bedeutung. Biblisch kann es sogar stellvertretend für Nahrung und Lebensunterhalt stehen (Am 7,12; Mt 6,11). "Wasser und Brot" weisen auf das Existenzminimum hin (1Kön 18,4.13; 2Kön 6,22; Ijob 22,7; Jes 21,14), deshalb gilt es als Frevel, sie jemandem vorzuenthalten – und sei es einem Feind (Dtn 23,5; 2Kön 6,22). "Wein und Brot" hingegen bezeichnen ein Freudenmahl (Gen 14,18). Angesichts der Bedrohung des Menschen durch die Natur symbolisiert die Bitte um das tägliche Brot dessen zentrale Bedeutung. Biblisch gilt Brot daher als Zeichen des göttlichen Segens (Gen 49,20; Lev 26,5; Ps 132,15)."Wenn die Leute ein bisschen über Brot nachdenken, haben wir alles erreicht, was wir wollten", so Peter Augendopler. Uns hat er dazu angeregt.

03.06.2019/Eva Plank/sm

Der FAV bei der Ausstellung im PANEUM in Asten.

Der FAV bei der Ausstellung im PANEUM in Asten.

Die beeindruckende Architektur des PANEUM.

Die beeindruckende Architektur des PANEUM.