"positive, hoffnungsvolle Zukunftsideen entwickeln"

... statt Energie, Aufmerksamkeit, Zeit und Ressourcen für Verschwörungsmythiker zu verwenden. In einem Interview mit dem "Deutschlandfunk" spricht Dr.in Judith Klaiber über aktuelle Entwicklungen rund um Verschwörungstheorien in Gesellschaft und kath. Kirche, in der Zeit der Corona-Pandemie und wünscht sich ein Umdenken.

Judith Klaiber begründet den Erfolg von Verschwörungsmythen damit, dass „hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven verloren“ gegangen seien. 

Im „krisenhaften Brennglas“ der Corona-Pandemie flüchteten Menschen aus der Unbeständigkeit und Komplexität in Verschwörungsmythen, weil diese „Deutungsmuster und scheinbare Fakten liefern und Teilhabe bieten an einer Art Heldengeschichte in einem uralten Kampf von Gut gegen Böse.“

Kritik übte die Ass.-Professorin am Institut für Pastoraltheologie der Katholischen Privat-Universität Linz, auch an einem Manifest, das mehrere Kardinäle und Erzbischöfe unterschrieben hatten. Darin wird unter anderem davor gewarnt, die Corona-Pandemie solle genutzt werden, um eine Weltregierung zu schaffen, „die sich jeder Kontrolle entzieht“. Sie forderte Sanktionen. „Ich wünsche mir eine klare Sprache, die klar einordnet, worauf dieses Manifest eigentlich abzielt.“ Sie frage sich, „wieso wir so viel Energie, Aufmerksamkeit, Zeit und Ressourcen für diese Verschwörungsmythiker verwenden.“ Es wäre besser, gemeinsam „positive Zukunftsideen“ zu entwickeln und danach zu suchen, was „unsere plurale Gesellschaft zusammenhält“.

 

Nachzuhören ist das Interview auf www.deutschlandfunk.de.

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Text (c) Deutschlandfunk

24.5.2020 rj