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Ethik professionalisieren. Die Bedeutung eines Ethikcodex für hauptamtliche Seelsorgerinnen

Die meisten sogenannten helfenden Berufe (ÄrztInnen, PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, …) kennen bereits seit Jahrzehnten, im Fall der ÄrztInnen seit Jahrtausenden eigene berufständische Ethikcodices. Diese werden von der Berufsvereinigung beschlossen und mit Sanktionen bis hin zum Berufsverbot bewehrt. Auf diese Weise schützen die Mitglieder sich dagegen, dass einzelne schwarze Schafe den gesamten Berufsstand in Verruf bringen. Zugleich aber geben sie ihren Mitgliedern klare und handhabbare Orientierungen für schwierige, konfliktträchtige Situationen. Erstaunlicherweise haben die kirchlichen Berufe (außer in den USA) bisher keine solchen ethischen Richtlinien. Jenseits einiger weniger Normen des Kirchenrechts, die berufsethischen Charakter haben, gibt es keinerlei verbindliche Regeln für eine ethisch gute Praxis der Seelsorge. Doch seit der Publikation eines Vorschlags durch die österreichischen MoraltheologInnen 2009 ist wenigstens die Diskussion darüber eröffnet. Die Arbeit könnte diesen Vorschlag analysieren, ihn mit Ethikcodices anderer Berufe vergleichen und die grundsätzliche Bedeutung solcher Regelwerke reflektieren.