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Kontrast

Die trügerische Objektivität der Medien. Eine Grundfrage der Medienethik

Durch die Medien – insbesondere die Massenmedien – wird eine Wirklichkeit konstruiert, die vielfach als objektiv angesehen wird. So hängt der hohe Stellenwert von Industrieländern und Nachbarländern auch mit der starken Dominanz „westlicher“ Ereignisse in unserer Berichterstattung zusammen (Beispiel: die intensiv dargestellten Terroranschläge in Amerika im Vergleich zum kaum berichteten Hungertod von vielfach mehr Menschen in Afrika). Und die Orientierung an starken (leidvollen) Emotionen, Sex usw. bestätigt und festigt bestimmte moralische Vorstellungen und Urteile. Eine Medienethik hat sich daher nicht nur mit dem journalistischen Handeln zu beschäftigen, sondern insbesondere auch danach zu fragen, wie dieses System der medialen Öffentlichkeit unsere Werte und unser Welt- und Menschenbild prägt. Vor allem das Problem der impliziten Anthropologie wäre systematisch zu klären, insofern in durch Medien geprägte Menschenbilder eine theologische Herausforderung liegt.