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Kontrast

Lehrveranstaltungen von Michael Fuchs

PS: Lektürekurs Philosophie Ernst Cassirer: Versuch über den Menschen

Im Rahmen seiner Untersuchung der Ausdrucksformen und Gestalten des menschlichen Geistes erhob Cassirer den negativen Befund, dass wir auf allen Ebenen unseres Weltverstehens nur mittelbar von der Wirklichkeit wissen, zum positiven Charakteristikum des Menschen. Cassirers "Philosophie der symbolischen Formen", so der Titel seines Hauptwerks, gipfelt in der These, dass der Mensch als animal symbolicum zu begreifen sei.

Da ein dickes Buch - wie Cassirer im Anschluss an Lessing sagt - ein großes Übel ist, unternimmt es Cassirer in seinem „Essay on Man“, die Quintessenz seiner Philosophie der symbolischen Formen dem Leser in knapper und leicht verständlicher Form darzubieten. Mit Hilfe des Schlüsselbegriffs Symbol versucht er eine Antwort auf die Leitfrage der philosophischen Anthropologie: Was ist der Mensch?

Im Proseminar soll der erste Teil des Essays („Was ist der Mensch?“) gemeinsam gelesen und diskutiert werden. Dabei soll der Zusammenhang zwischen Anthropologie und Kulturphilosophie geklärt werden.

Neben der aktiven Teilnahme wird eine kleine praktische Übung zum wissenschaftlichen Arbeiten in der Philosophie, die Übernahme eines Kurzreferats und eine kurze schriftliche Hausarbeit erwartet.

 

Basistext: Ernst Cassirer, Versuch über den Menschen. Einführung in eine Philosophie der Kultur, Hamburg 1996 (= Philosophische Bibliothek Meiner Bd. 488), Teil I. Was ist der Mensch?, S. 15 - S. 100.

 


SE: Spezielle Fragen der Ethik: Ethik mit oder ohne Anthropologie

Obschon von grundlegender Bedeutung für die Ethik ist das Verhältnis von philosophischer Anthropologie und philosophischer Ethik höchst umstritten. Während einerseits auf die notwendige Lösung der Ethik von bestimmten Welt- und Menschenbildern gedrängt wird und die Reinheit der Moralbegründung von allen empirischen Voraussetzungen eingefordert wird, wird andererseits die Unvermeidlichkeit der Bezugnahme auf anthropologische Grundannahmen betont.

 

Strittig ist bereits die philosophiehistorische Frage, ob sich die Ethik in der Moderne eher auf die Anthropologie zu oder von ihr wegbewegt habe.

 

Das Seminar wird der Verhältnisbestimmung in einem Dreischritt nachgehen:

1. Es werden verschiedene jüngere Stellungnahmen zu der philosophiehistorischen Einschätzung gelesen und geprüft.

2. Es wird mit Blick auf die Klassiker Aristoteles und Kant gefragt, ob hier eine eindeutige Antwort vorliegt.

3. Es werden einige neuere Positionen verhandelt, die der Frage mit Blick auf die zeitgenössischen ethischen Herausforderungen nachgehen.

 

Jede Seminarteilnehmerin und jeder Seminarteilnehmer soll im Laufe des Semesters einen der ausgewählten Texte kurz vorstellen. Die abschließende Qualifikation erfolgt durch eine schriftliche Hausarbeit.

 


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