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Projekt „Sterbewelten in Österreich“

Eine Forschergruppe aus vier verschiedenen Institutionen in Wien und Linz beschäftigt sich im Rahmen eines Forschungsprojekts mit der Perspektive von Menschen am Lebensende und ihrem Sterben. Das von dem Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank geförderte Projekt mit dem Titel „Sterbewelten in Österreich“ hat in verschiedenen Bundesländern 30 qualitative Interviews mit Betroffenen und ihren Angehörigen durchgeführt, um herauszufinden, was ihnen in Bezug auf „gutes Sterben“ von Bedeutung ist.

Der Hintergrund des Projekts ist die in den letzten Jahren intensivierte öffentliche Diskussion über Sterben, über Formen von Sterbehilfe und die soziale Wahrnehmung des Lebensendes. Politischer Ausdruck fand diese Diskussion beispielsweise in der Enquete „Würde am Ende des Lebens“ (2014/15), in der sich das österreichische Parlament mit der Frage des Sterbens beschäftigte. In dieser Diskussion wurde die Bedeutung von Hospizen und einer Ausweitung der Palliativversorgung in Österreich herausgestrichen.

Angesichts dieser aktuellen Diskussion lässt das Projekt die betroffenen Menschen selber zu Wort kommen, um heraus zu finden, was ihnen in der letzten Lebensphase wichtig ist. Eine „Ethik des Sterbens“ betont den gesellschaftlichen Orientierungsbedarf in einer pluralistischen, säkularen Gesellschaft, wo eine allgemeine Übereinstimmung über das, was „gut“ am Lebensende bedeutet, nicht einfach unterstellt werden kann. Der öffentliche und politische Diskurs arbeitet mit einem starken, aber meistens impliziten, normativen Verständnis, worin „gutes Sterben“ bestehe.

Das Projekt hat im Januar 2017 angefangen und wird bis im Juni 2018 dauern. Es wird vom Jubiläumsfonds der Österreichischen Nationalbank gefördert. Die Leitung des Projekts hat Assoc. Prof. Dr. Katharina Heimerl vom Institut für Palliative Care und OrganisationsEthik / IFF an der Alpen-Adria Universität Klagenfurt. Kooperierende Partner sind die Forschungsgruppe Technik, Wissenschaft und gesellschaftliche Transformation des Instituts für Höhere Studien (IHS), das Institut für Ethik und Recht in der Medizin an der Universität Wien und das Institut für Praktische Philosophie/Ethik an der Katholischen Privat-Universität Linz. Vom Institut für Praktische Philosophie/Ethik sind Univ.-Prof. Dr. Michael Fuchs und Ass.-Prof. Dr. Lukas Kaelin beteiligt.

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