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Kontrast

Global Art History. Ringvorlesung im Wintersemester 2015/16

Wie treibt man Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft in einer globalisierten Welt? Was meint „Global Art History“ eigentlich? Und: Ist die Kunst heute am Weg, eine globale zu werden? Ein internationales Referent/inn/enfeld gibt in der Ringvorlesung Global Art History perspektivenreiche Einblicke in aktuelle Diskussionen.

Die Globalisierung hat Kunst/Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte erfasst. Viel wird gesprochen und geschrieben von Global Art, Global Art History und globalem Kunstmarkt – mal affirmativ, mal mit dem Gestus der Proklamation, mitunter in kritischer Distanz. Mag auch die Rede von globaler Kunst/Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte ‚state of the art‘ sein, so sind damit weder die erschließende Kraft dieser Begriffskonstrukte noch ihr theoretisches Fundament und am allerwenigsten ihre methodischen Auswirkungen geklärt.

Globalisierung kennzeichnet in der Regel weltumspannende ökonomische Prozesse. Dass diese – gewissermaßen als Nebenprodukt – weit darüber hinausgehende inter- und transkulturelle Phänomene zeitigen, lässt sich kaum bezweifeln. Ist aber allein deshalb schon die Kunstwelt global? Oder sollte man besser davon sprechen, dass in diesen Phänomenen, nicht zuletzt in der zeitgenössischen Kunst, das ‚Eigene‘ und das ‚Fremde‘ auf neue Weise zur Disposition stehen?

Was bedeutet es für die kunstwissenschaftliche Auseinandersetzung, wenn der Transfer von Gegenwartskunst geographische und kulturelle Grenzen (scheinbar mühelos) überwindet? Und wie stellt sich die Kunstgeschichtsschreibung ihrer eigenen Geschichte und damit ihren eigenen Voraussetzungen: dem eurozentrischen Blick, der die ‚westliche‘ Kunstgeschichte als allgemein verbindliche Alleingeschichte kanonisierte? Kann gar die enthusiastische Hereinnahme außereuropäischer Traditionen Formen annehmen, die der längst überwunden geglaubten Kolonialgeschichte nur wieder neue Kapitel anfügen?

Die Ringvorlesung Global Art History will eine Standortbestimmung der Kunstwissenschaft/Kunstgeschichte vornehmen. Aber nicht nur wo sie in diesem Diskursfeld steht, sondern vielmehr wie man steht und wie und wohin man sich bewegt, soll in den Vorträgen international ausgewiesener Fachleute deutlich werden: Es geht um theoretische Fundierungen und methodische Klärungen, um ‚fremde‘ und ‚eigene‘ Kunstgeschichte(n) – auch um die ‚fremde‘ in der ‚eigenen‘ und die ‚eigene‘ in der ‚fremden‘ – und bei einer Podiumsdiskussion darum, was das für Künstler/innen heute heißen kann.

Mit Global Art History wird der Schwerpunkt „Global Art History" am Fachbereich Kunstwissenschaft der Katholischen Privat-Universität Linz weiter ausgebaut. Die Veranstaltung versteht sich als disziplinenübergreifendes Diskussionsangebot am Universitätsstandort Linz und spricht zugleich eine an inter- und transkulturellen Fragen und aktuellen Entwicklungen der Kunstwissenschaft interessierte Öffentlichkeit an.

FOLDER Global Art History

Konzeption: Monika Leisch-Kiesl, Julia Allerstorfer

Die Ringvorlesung ist eingebettet in den Forschungsschwerpunkt Global Art History.

Videomitschnitte der Vorträge können am L.I.S.A.-Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung abgerufen werden (Links siehe unten).

Aus der Ringvorlesung ist eine Publikation hervorgegangen:

Julia Allerstorfer, Monika Leisch-Kiesl (Hg.), "Global Art History". Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft (Linzer Beiträge zur Kunstwissenschaft und Philosophie 8), Bielefeld 2017

Mit "Global Art History [2]" erfuhr die Ringvorlesung im Wintersemester 2017/18 eine Fortsetzung.

VORTRÄGE / TERMINE

Hörsaal 1, jeweils Mittwoch 18:15–19:45 Uhr

Die Vorträge wurden moderiert von Monika Leisch-Kiesl und Julia Allerstorfer.

  • 16.12.2015
    Der Vortrag von Melanie Ulz wurde auf Montag, 25.01.2016 verschoben.
  • 20.01.2016
    Der Vortrag von Michaela Marek ("Stichwort Osteuropa") musste leider entfallen,
    für den thematischen Schwerpunkt konnte Tanja Zimmermann gewonnen werden
    (Vortrag am 29.1.2016). 

 

09.03.2016/rk