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Kontrast

„Ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben“ (Jer 29,11). Die biblische Prophetengestalt und ihre Rezeption in der dramatischen Dichtung Jeremias von Stefan Zweig.

Eva Plank, „Ich will euch eine Zukunft und eine Hoffnung geben“ (Jer 29,11). Die biblische Prophetengestalt und ihre Rezeption in der dramatischen Dichtung Jeremias von Stefan Zweig.

Dissertation an der Fakultät für Theologie, 2018.

Die Arbeit erschließt aus theologischer Perspektive, wie das Wirken des biblischen Propheten und die politischen Ereignisse, die zur Belagerung, Eroberung, Zerstörung Jerusalems und des Tempels und zur Wegführung der Bevölkerung ins babylonische Exil führten, von Stefan Zweig in Jeremias rezipiert werden. Mit dem Drama drückt Zweig im Ersten Weltkrieg symbolisch seine Überzeugung von der moralischen Überlegenheit des Besiegten aus, die ihre Wurzeln in der jüdischen Tradition hat. Der persönliche wie zeitgeschichtliche Kontext, der die Grundlage für Zweigs Denken bildet, ist der Deutung des Dramas als Aktualisierung und Fortschreibung biblischer Überlieferung erläuternd vorangestellt. Der erste Teil der Arbeit (I.) wirft einen Blick auf den jüdischen Schriftsteller und Weltbürger Zweig. Der zweite Teil (II.) befasst sich eingehend mit dem Drama und verortet es in einem breiten biblischen Zusammenhang. Neben der Bedeutung geistiger Freundschaften Zweigs und seiner Adaptierung des biblischen Stoffes werden Jeremias-Rezensionen thematisiert. Als Referenzrahmen für die Deutung des Prophetenschicksals wird die Trauma-Theorie herangezogen. Den Hauptteil der Arbeit bildet die Deutung des Zweigschen Dramas auf dem Hintergrund der biblischen Prophetengestalt bzw. einer teilweisen Neuinterpretation des Buches Jeremia. Ausgehend vom Inhalt der neun Bilder des Dramas werden schwerpunktmäßig Aspekte biblischer Prophetie aufgegriffen und mit der Zweigschen Interpretation in Beziehung gesetzt: Berufung, wahre und falsche Propheten, Zionstheologie, Konfessionen Jeremias, Zeichenhandlungen, Gottesknechtthematik.

Dissertation aus dem Fach Altes Testament.

Gutachter/in:
Univ.-Prof. Dr. Susanne Gillmayr-Bucher
Univ.-Prof. Dr. Gehard Langer (Universität Wien / Judaistik)