Schrift: A A+ A++ | Kontrast

Edda Seidl Reiter.

Monika Keller, Edda Seidl Reiter – Kunst im Zeichen des Fadens, Dissertation an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft, 2017.

Der Faden (allgemein Grundelement aller textilen Techniken) steht im Fokus der kunstwissenschaftlichen Untersuchung zum Werk der Künstlerin Edda Seidl-Reiter. Von der Künstlerin zum Logo entwickelt, zieht er sich durch ihr gesamtes Schaffen. Zu finden ist er in den von der Künstlerin hergestellten Wandteppichen oder Stickereien ebenso wie auch als grafisches Motiv. Im Textband wird anhand ausgewählter Werke die künstlerische Aussagebreite des Fadenmotivs untersucht.

Teil 1 darin beleuchtet die mit dem Textilen verbundenen Fragehorizonte: Dazu gehören Fragen von Gattungshierarchien und Hegemonieansprüchen in den Künsten bzw. deren alternative Konzepte, aber auch die Stellung von Textil-Künstlerinnen wie auch Bildenden Künstlerinnen im Kunstbetrieb und deren allgemeine Verortung in den Frauenbewegungen. Ein weiterer Schwerpunkt gilt der Sprache im künstlerischen Werk und deren mannigfaltigen Anwendungen durch die Künstlerin. Die Entwicklung einer Textilkartei, die dem Textilen in der Sprache nachgeht ist dafür ebenso Beispiel wie der Bezug zur literarischen Gattung der Märchen, der in der umfangreichen Portraitserie der 1001-Tag-Märchen seinen Ausdruck findet. Beiden Werken ist ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Einsatz von Sprache wird auch durch etymologische Nachforschungen reflektiert, um die Phänomene des Fadens und des Textilen im Œuvre umfassend zu beleuchten.

Teil 2 wiederum zeigt das Bedeutungsspektrum der Fadenmetaphorik im Hinblick auf das Werk der Künstlerin mit Hilfe von Morphologie, Etymologie, Philosophie, Mythologie und Vergleichsbeispielen der bildenden Kunst auf.

Werkkatalog
Im Werkkatalog wird das Œuvre der Künstlerin einer Systematisierung nach formalen, technischen und inhaltlichen Kriterien unterzogen und anhand der vorgenommenen Einteilung dokumentiert, wobei manche Werke nur teilweise erfasst werden konnten. Das Ausmaß an Dokumentation reicht daher von reiner Abbildung bis hin zu vollständiger Erfassung (Material, Technik, Abmessung, Auflagengröße, Hinweise). Ein Appendix gibt einen Überblick zur Ausstellungstätigkeit der Künstlerin in den Jahren 1961 bis 2015. 

Dissertation aus dem Fachbereich Kunstwissenschaft.
Gutachterinnen: 

  • Univ.-Prof.in DDr.in Monika Leisch-Kiesl 
  • Ass.-Prof.in Dr.in Barbara Schrödl 

Hauptmenu