Tagung "Wildes Gedenken"
Im Fokus der Tagung standen individuelle und zivilgesellschaftliche Gedenkpraktiken, die sich jenseits etablierter Gedenkstätten entfalten: Blumen, Kerzen, Gräber, Steine, Graffiti, aber auch Spuren in der Natur oder das bewusste Unsichtbarmachen von Erinnerungsorten. Die Tagung beleuchtete diese vielfältigen Ausdrucksformen aus künstlerischer, historischer und politischer Perspektive.
Verena Lorber richtete den Fokus in ihrem Vortrag mit dem Titel „Unmögliches Gedenken und einsame Fürsprache“ auf jene Akteur:innen, die sich seit der Hinrichtung Franz Jägerstätters am 9. August 1943 kontinuierlich für das Gedenken an ihn und das Bekanntmachen seiner Biografie einsetzten sowie die Haltung der katholischen Kirche zum Fall Jägerstätter in den Nachkriegsjahren. Dieses Spannungsfeld zwischen einem „unmöglichen kirchlichen Gedenken“ und jenen Personen, die sich für ein Gedenken einsetzten, wurde an verschiedenen Beispielen – wie den Franziskanerinnen aus dem Mutterhaus Vöcklabruck (OÖ) oder Heinrich Kreutzberg (ehemaliger Wehrmachtsseelsorger in Berlin) – verdeutlicht. Zudem wurde auf die zentrale Rolle von Franziska Jägerstätter im frühen Gedenken an ihren Mann als Dreh- und Angelpunkt verwiesen.
Begleitet wurde die Veranstaltung von einer Ausstellung Linzer Kunststudierender im splace am Hauptplatz, die das Thema künstlerisch reflektiert. Ausführliche Informationen zur Tagung und zum Tagungsprogramm sind auf der Website der Kunstuniversität zu finden. Die Veranstaltung steht außerdem auf Dorf-TV zum Nachhören bereit.
