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Forschungsblog

Mit dem Forschungsblog des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts (FFJI) geben wir einen Überblick über die laufende Forschungsarbeit des Instituts und bieten Interessierten Einblicke in unseren Forschungsalltag. Dabei werden einzelne Arbeitsbereiche sowie konkrete Arbeitsschritte näher beschrieben. Damit wollen wir nicht nur unsere Forschung am Institut transparent machen, sondern auch unsere Erfahrungen – in praktischer, technischer und historisch-inhaltlicher Weise – mit ForscherInnen teilen, um einen Wissenstransfer zu ermöglichen. 

Robert F. McGovern’s Werke zu Franz Jägerstätter

Avatar of Elisabeth Jungmeier & Erna PutzElisabeth Jungmeier & Erna Putz - 26. September 2019 - Kunst, Bericht

 

Am 7. März 2019 erhielt das Franz und Franziska Jägerstätter Institut vier Grafiken und eine Zeichnung des 2011 verstorbenen Künstlers Robert McGovern als Dauerleihgabe von der Diözese Linz. Diese erhielt die Werke durch eine Schenkung aus dem Besitz der Witwe des Künstlers, Aileen McGovern. Die Übergabe führte Diözesanbischof Manfred Scheuer im Rahmen der Gedenkveranstaltung "Franziska Jägerstätter. Eine Heilige des Alltags" (veranstaltet durch das Haus der Frau) an der KU Linz durch. Bericht 


Der Künstler

Robert McGovern machte 1956 seinen Abschluss an der University of the Arts in Philadelphia und war bis zu seiner Emeritierung 1999 Professor an der Fakultät.
Er hat 250 Holz- und Linoleumblöcke für feine Drucke hergestellt und Aufträge für Tafelschnitzereien, Wandgemälde und Glasätzungen ausgeführt. Robert McGovern hat mit Architekten bei der Gestaltung von Kirchen zusammengearbeitet und ist in den USA besonders für seine religiösen Kunstwerke bekannt.
Viele verschiedene Holzschnitzereien, Skulpturen, Holz- und Linoleumschnitte, Gemälde und Aquarelle von McGovern schmücken Kirchen, Institutionen und bedeutende Museen in der Erzdiözese Philadelphia und im ganzen Land.
Robert McGovern starb am 13. April 2011 im Alter von 78 Jahren. (Nachruf und Foto)
Seine Witwe Aileen trägt sein Vermächtnis mit großer Sorgfalt weiter, um ihn als Mensch und Künstler weiteren Generationen präsent zu halten.

Der Besuch 1992 in St. Radegund

Im Sommer 1992 waren Robert F. McGovern, seine Frau Aileen und deren 15jährige Tochter Helen sowie Pfarrer John Patrick McNamee von der Saint Malachy Church in Philadelpha im Rahmen einer Europareise einige Tage zu Besuch in Ostermiething und St. Radegund.
Sie trafen Franziska Jägerstätter und deren Tochter Maria. Robert McGovern machte in St. Radegund Zeichnungen, Skizzen und Fotos. Schon zuvor hatte er eine lebensgroße Statue von Franz Jägerstätter aus Lindenholz geschnitzt. Diese war ein Geschenk zum 50-jährigen Priesterjubiläum von P. Daniel Berrigan SJ.
Pfarrer John McNamee gab 1995 einen Gedichtband heraus, dessen Hauptteil der Erinnerung an Franz Jägerstätter gewidmet ist. Fünf Holzschnitte von Robert McGovern illustrieren diesen Text. 
In den Tagen, wo die amerikanischen Gäste im Pfarrhof Ostermiething wohnten, kreisten viele Gespräche über Franz Jägerstätter.

Franziskas Reaktion auf das Porträt

Anfang Oktober schickte McGovern die ersten drei Holzschnitte an Franziska Jägerstätter und auch an Erna Putz, die Franziska die Sendung überbrachte.  
Die Blätter lagen vor Franziska auf dem Tisch. Es waren Gäste da. Das Gespräch ging weiter. Franziska war von der Darstellung ihres Mannes völlig in Beschlag genommen. Durch dieses Bild war er so präsent für sie, dass sie am Gespräch erst wieder teilnehmen konnte, nachdem das Porträt abgedeckt wurde.
Hinsichtlich des künstlerischen oder graphischen Umganges mit dem Gesicht und dem Kopf von Franz bzw. mit dessen Unversehrtheit, war Franziska sonst sehr sensibel. Sie wollte nicht, dass etwa seine Worte darauf gedruckt wurden  oder dass sein Porträtfoto für ein Buchcover beschnitten würde.  Nach dem Grund befragt antwortete Franziska: „Das kann sich niemand vorstellen, was man fühlt, wenn jemand der Kopf abgeschlagen wird.“
Künstler bringen ins Bild, was noch nicht im Wort war oder sich nicht in Worte fassen lässt. So kommt bei Robert McGovern der Charme und die Liebenswürdigkeit von Franz zum Ausdruck; er und auch P. Raphael Statt, OCist vermitteln die tiefen Verwundungen von Franziska, die nicht nur vom großen Verlust verursacht wurden. 

Hintergrund zur Schenkung

Vor über einem Jahr teilte Elisabeth Jungmeier den Jägerstätter Freunden in den USA (Friends of Franz Jagerstatter) die Gründung des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts an der Katholischen Privat-Universität Linz mit. Aileen McGovern stellte daraufhin spontan das Angebot, für das Institut Bilder zu spenden. Der Jägerstätter-Beirat der Diözese nahm dieses Angebot dankend an. 
Aileen McGovern schrieb anlässlich der Übergabe an das FFJI am 7. März an Elisabeth Jungmeier, die sie bei einer USA-Reise im Jahr 2013 mit zwei Jägerstätter-Töchter kennengelernt hatte: „Bob wusste von Franz und Franziska seit 1958. Im Jahr 1992 in St. Radegund in Marias Haus zu sein und das Brot zu essen, das Franziska gebacken hatte, während Erna von Franz sprach, war sehr bewegend. Es war eine Zeit, die wir niemals vergessen konnten. Es war eine Pilgerfahrt zu einem heiligen Ort. Möge viel Gutes von diesem Franz und Franziska Jägerstätter Institut kommen.“

Die Werke

Die Schenkung umfasst die Drucke:
a.    Franz Illumined
b.    Franz in the Shadow
c.    Go with God
d.    Trees, the river & the Church
Sowie die Zeichnung
e.    Franziska’s Bicycle
 

Fußnoten

[1] Vgl. Clay Vessels and Other Poems, Poetry John McNamee, Woodcuts Robert F. McGovern, Kansas City 1995, 34 - 41

[2] Vgl.  Aileen Mc Govern an die Autorin vom 25. Sept. 1992  und Robert Mc Govern an dieselbe vom 17. Sept. 1992

[3] Vgl. Bischöfl. Ordinariat Linz (Hg.) Franz Jägerstätter_ Christ und Märtyrer, Broschüre ,  1. Auflage März 2007 mit der 2. Auflage vom Dezember 2007.

[4] Schutzumschlag von:  Erna Putz (Hg.) , Franz Jägerstätter. Der gesamte Briefwechsel mit Franziska. Wien-Graz-Klagenfurt 2007.

 

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