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Schriftenreihe zur internationalen Jägerstätter-Forschung.

Das Franz und Franziska Jägerstätter Institut (FFJI) an der Katholischen Privat-Universität Linz gibt beim Studienverlag Innsbruck die Reihe "Jägerstätter Studien" heraus. Die Schriftenreihe ist der internationalen Forschung zu Franz Jägerstätter, seinem historischen Umfeld sowie der vielfältigen Wirkungsgeschichte in Vergangenheit und Gegenwart gewidmet. Der erste Band zu Verehrung und Reliquien Jägerstätters erscheint zum Todestag Jägerstätters am 9. August 2020 und wird beim jährlichen Gedenktag in St. Radegund der Öffentlichkeit vorgestellt.

Die Jägerstätter Studien des Franz und Franziska Jägerstätter Instituts (FFJI) an der KU Linz werden die Breite der verschiedenen wissenschaftlichen Zugänge abbilden und somit Perspektiven aus Geschichte, Theologie, Bildungswissenschaft, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften enthalten.

Band 1: Vom Schafott zum Altar:

Der erste Band der Reihe stammt von Ewald Volgger, Prof. für Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie an der KU Linz. Seine Studie "Vom Schafott zum Altar" beleuchtet die Geschichte und Verehrung der sterblichen Überreste Franz Jägerstätters. Volgger zeichnet den Weg nach von der Erstbestattung in Brandenburg 1943 sowie der zweiten Bestattung an der Kirchenmauer in St. Radegund 1946 bis zur Einbringung der Reliquien in den neuen Altar der Pfarrkirche im Jahr 2016.

Im ersten Teil rekonstruiert der Autor das Bemühen einiger Persönlichkeiten, die dazu beigetragen haben, dass die Bedeutung des Lebenszeugnisses von Franz Jägerstätter nicht verloren ging. Er spannt dabei den Bogen von den ersten Formen der Verehrung und Würdigung unmittelbar nach seiner Hinrichtung bis hin zur Seligsprechung im Jahr 2007. Einen zentralen Platz nehmen dabei historische Dokumente ein, die Volgger aus dem Jägerstätter-Nachlass und dem Archiv der Heimatpfarre St. Radegund präsentiert. Eine besondere Würdigung erfährt darin Pfarrer Josef Karobath, dessen zentrale Rolle für die frühe Rezeption Jägerstätters der Autor neu konturiert. Der zweite Teil der Studie thematisiert die Untersuchung und Verehrung der Reliquien Jägerstätters nach der Seligsprechung. Die Gestaltung der Jägerstätter Stele im Linzer Dom und die Neugestaltung der Pfarrkirche von St. Radegund, die der Raum für die Entscheidung Jägerstätters gegen das totalitäre NS-Regime waren, stehen dabei im Blickpunkt.

Zahlreiche Abbildungen der Neugestaltungen sowie die konzeptionellen Hintergründe bringen das verstaubt anmutende Thema „Reliquien“ auf eine moderne höchst anregende Art und Weise näher. Volgger hebt die sinnlichen, spirituellen und theologischen Akzente der in St. Radegund am Altar eingebrachten Reliquien und des gesamten neugestalteten Sakralbaus hervor, und erschließt so das vielschichtige Deutungsangebot des Raumes.

Der Band stellt einen wichtigen Beitrag zur Wirkungsgeschichte Frank Jägerstätters dar und richtet sich an ein breites Publikum, von Interessierten, die sich erstmals mit Jägerstätter beschäftigen bis hin zum akademischen Fachpublikum in Theologie und Geschichtswissenschaft.

Der Autor: Ewald Volgger OT, Dr. theol., geboren 1961 in Bruneck/Südtirol, beschäftigt sich seit der verantwortlichen Einbindung zur Vorbereitung der feierlichen Seligsprechung von Franz Jägerstätter im Jahr 2007 insbesondere mit liturgischen Fragen der Jägerstätter-Verehrung. Er war an der Neugestaltung der Pfarrkirche in St. Radegund zur Einbringung der Reliquien in den neuen Altar beteiligt und betreute die wissenschaftliche Authentifizierung von Urne und Reliquien des Seligen. Er ist Mitglied des Jägerstätter-Beirates der Diözese Linz und betrieb die Gründung des FFJIs.

Bibliografische Angaben: Ewald Volgger: Vom Schafott zum Altar. Bestattung und Translatio des Märtyrers Franz Jägerstätter. Innsbruck: Studienverlag 2020 (Jägerstätter Studien 1), ISBN 978-3-7065-6055-9, 172 Seiten, 64 Abbildungen in Farbe, € 29,90.

30.7.2020/he