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Kontrast

Neuerscheinung über Ästhetik von Zeichen und ihrer Setzung.

"Zeich(n)en. Setzen" lautet der Titel der im März im transcript Verlag erschienenen Publikation von Monika Leisch-Kiesl. Hervorgegangen aus einer interdisziplinären Fachtagung dreier Linzer Universitäten im Juni 2017, fragt das Buch weniger nach dem Was des Zeichens, als vielmehr nach dem Wann, Wo und Wie der Zeichensetzung. Neben neuen Denkansätzen besticht das Buch durch die außergewöhnliche grafische Gestaltung mit Arbeiten der Künstlerin Maria Bussmann.

Markierungen, Zeichen und Signs begegnen allerorts. Trotz mancher zurecht kritisierter Engführung, etwa seitens der Bildwissenschaften, bieten die innerhalb der Semiotik entwickelten Theorien von Ferdinand de Saussure oder Charles Sanders Peirce, lohnende Ansatzpunkte für die Frage, wie in alltagskulturellen Situationen und in den Künsten Bedeutung generiert wird. Die Aspekte der Bedeutungsproduktion bilden den inhaltlichen Schwerpunkt des langjährigen Forschungsfeldes "Zeichensetzung" an der Fakultät für Philosophie und für Kunstwissenschaft an der KU Linz.

Monika Leisch-Kiesl, Professorin für Kunstwissenschaft und Ästhetik am Institut für Geschichte und Theorie der Kunst, lässt in ihrem neu erschienenen Buch "Zeich(n)en. Setzen" künstlerische Positionen und VertreterInnen der Kunst-, Tanz-, Kultur- und Medienwissenschaften sowie der Semiotik und Philosophie in ein neugieriges Gespräch treten. Die unterschiedlichen, in sich jeweils pointiert argumentierenden künstlerischen und theoretischen Beiträge vermögen dem Denken innerhalb der genannten Disziplinen manch neue Richtung anzustoßen. Zum einen werden gemeinhin als konträr betrachtete Diskurse wie etwa die der Bildwissenschaften, der Semiotik, der Ästhetik oder der Hermeneutik neu aufeinander bezogen, zum anderen wird das oft starr anmutende Theoriekorsett der Semiotik kreativ in Richtung einer Semiologie weitergedacht. Auch Studierende sind mit eigenen Beiträgen in die hochkarätig besetzte Publikation eingebunden.

Bemerkenswert ist weiters die besondere grafische Gestaltung: Wie ein roter Faden durchziehen als Faksimiles eingelegte Zeichnungen der deutsch-österreichischen Künstlerin Maria Bussmann aus der Serie "die Wörter, die ich nicht gesucht habe" (2000/2001) den gesamten Band. Den Schlusspunkt – "Coda" – bildet ein persönlicher Brief von Hélène Cixous.

Die Publikation basiert auf Forschungsergebnissen aus der Tagung "Zeichen Setzen", die gemeinsam mit der Abteilung Kulturwissenschaft der Kunstuniversität Linz und dem Institute of Dance Arts der Anton Bruckner Privatuniversität Linz konzipiert worden war und im Juni 2017 stattgefunden hatte.

Die Publikation wurde veröffentlicht mit freundlicher Unterstützung von:
Günter Rombold Privatstiftung
Katholischer Pressverein Linz
Energie AG Oberösterreich
Raiffeisen Landesbank Oberösterreich

Monika Leisch-Kiesl (Hg.)
ZEICH(N)EN. SETZEN.

Bedeutungsgenerierung im Mäandern zwischen Bildern und Begriffen
(Linzer Beiträge zur Kunstwissenschaft und Philosophie 11)
Bielefeld 2020
transcript Verlag
ISBN: 978-3-8376-5128-7

Zur Leseprobe des Verlags.

Nähere Infos zum Buch.

Einladung zur Buchpräsentation am Di, 23. Juni 2020, 19:30 Uhr, Hofkabinett Linz.

8.4.2020/he,kd