Schrift:
A
A+
A++
Kontrast

Eröffnungsvortrag der Ringvorlesung GLOBAL ART HISTORY [3].

Mit zeitgenössischer Kunst Mittel- und Osteuropas, mit Narrativen und Methoden der Kunstwissenschaft beschäftigten sich Prof. Monika Leisch-Kiesl und Karolina Majewska-Güde vom Institut für Geschichte und Theorie der Kunst in ihrem Eröffnungsvortrag der Ringvorlesung GLOBAL ART HISTORY [3]. Die Auftakt-Veranstaltung am 7. Oktober 2019 fungierte als thematische Einführung und Umriss des Konzepts der Vortragsreihe.

WARUM Global Art History? WIE wird an der Katholischen Privat-Universität Linz Global Art History betrieben? und WAS ist Global Art History? Mit drei „W“s führte Monika Leisch-Kiesl in das Diskurs- und Praxisfeld der „Global Art History“ ein. Unter dem WARUM benannte sie einerseits die externe Kritik – wie sie seitens der Postcolonial Studies auch an der Kunstgeschichte geübt wird, andererseits auch die interne Kritik – wie sie die Disziplin der Kunstgeschichte/Kunstwissenschaft selbst seit den 1980er Jahren gegenüber sich selbst formuliert. Mit dem WIE betonte sie, nach einem kurzen Rückblick auf die Entwicklung des Forschungsfeldes an der KU Linz, dass Global Art History nur multiperspektivisch betrieben werden kann und begründete von daher auch das Format der Ringvorlesung. Das WAS lasse sich letztlich nur aus den ersten beiden „W“s, dem WARUM und dem WIE erläutern, bedürfe aber noch eines vierten „W“s, des WER: WER spricht?

Vor dem Hintergrund der Tatsache eines äußerst vitalen und heterogenen Praxis- und Diskursfeldes bedürfe es der Fokussierung: aktuell auf ‚Central Eastern Europe‘. Monika Leisch-Kiesl fundierte ihre Ausführungen durch einen Rekurs auf zwei theoretische Positionen: Thomas da Costa Kaufmann, der seit der ersten Ringvorlesung 2015 (und der daraus resultierenden Publikation1) einen wesentlichen theoretischen Bezugspunkt der Linzer Unternehmung einer Global Art History bildet: „We always write from a point of view that is by definiton limited.“ Mit dem Bezug auf Piotr Piotrowski, einem führenden Theoretiker im Feld der Kunstgeschichtsschreibung „Central Eastern Europe“ spannte sie bereits den Bogen zum diesjährigen Schwerpunkt.

Karolina Majewska-Güde betonte unter den Überschriften ‚Close Other/Internal Other‘, ‚Marging/Marginalisation‘, ‚Semi-peripheral Positions‘ und ‚East-West as Asymmetric Division‘ die Notwendigkeit der De-Hierarchisierung und De-Zentrierung der Kunst-Geographie. Daran anschließend erläuterte sie das Konzept des diesjährigen Programmes und präsentierte einen Überblick über die bevorstehenden Vorträge und Podiumsdiskussionen.

Die Fragen schließen an die ersten beiden Ringvorlesungen an; die vorgeschlagenen Antworten werden unterschiedlich ausfallen, weil sie von einer anderen Position aus formuliert werden. Fortgesetzt wird die Reihe am 14. Oktober 2019 mit dem Vortrag von Beáta Hock "Globalizing East European Art Histories".

Weitere Infos / Programm

M.L-K/K.M-G.,10/2019/he


1 Allerstorfer, Julia/Leisch-Kiesl, Monika (Hg.), „Global Art History“. Transkulturelle Verortungen von Kunst und Kunstwissenschaft (Linzer Beiträge zur Kunstwissenschaft und Philosophie 8), Bielefeld 2017.

Von re: Univ.-Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl, Ass.-Prof. Dr. Karolina Majewska-Güde M.A.

Von re: Univ.-Prof. DDr. Monika Leisch-Kiesl, Ass.-Prof. Dr. Karolina Majewska-Güde M.A.