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Die KU Linz trauert um Roswitha Unfried und Gabriel R. Schor.

Am 14. August 2020 ist Dr.in Roswitha Unfried gestorben. Die Alttestamentlerin, die auch mit dem Goldenen Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich ausgezeichnet wurde, hat als eine der ersten weiblichen Lehrenden die ersten Jahre der heutigen KU Linz mitgeprägt. Bereits am 29. Juli ist Gabriel Ramin Schor, ehemaliger Lehrbeauftragter der KU Linz, verstorben.

Ich vermute, dass viele, die derzeit in Studium, Lehre und Forschung zur Universitätsgemeinschaft der KU Linz gehören, sie nicht oder nur vom Hörensagen kennen. Umso mehr drängt es mich, sie – eine der ersten in der Reihe der AssistentInnen und Lehrbeauftragten der heutigen KU Linz – der "heutigen Generation" wenigstens mit einigen Sätzen vorzustellen. Denn neben den "Gründerprofessoren", u.a. Johannes Singer, Günter Rombold, Wilhelm Zauner, Rudolf Zinnhobler, Hans Hollerweger, gab es auch die "Frauen der ersten Stunde", die damals auf ihre je eigene und unterschiedliche Art den spirit der heutigen KU Linz mitprägten. Die erste weibliche Lehrbeauftragte war Monika Nemetschek, die erste Assistentin Kriemhild Pangerl. Dann, ab 1977, kam Roswitha Unfried dazu. 

Sie entstammte einer bekannten Linzer Familie. Der Vater, als Musikprofessor und Konzertkritiker eine Institution, war zweifellos eine prägende Gestalt. Ihre eigene Identität bildete sie aber in der Aufbruchszeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil heraus, als die holländische Variante eines erneuerten Kirchenbewusstseins in der Spur von Theologen wie Piet Schoonenberg und Edward Schillebeeckx sie besonders faszinierte. Sie ging zum Theologiestudium nach Amsterdam und Utrecht (1968-76), wo sie Mitglied in der Gemeinschaft der "Frauen von Bethanien" geworden war. Als promovierte Alttestamentlerin kehrte sie nach Linz zurück und war ab dem Studienjahr 1977/78 Assistentin und Lehrbeauftragte an der soeben in den Fakultätsrang erhobenen "Katholisch-Theologischen Hochschule Linz" (KTHL). 

Sie hielt Proseminare, Einleitungsvorlesungen, Hebräisch-Lektürekurse und entwickelte – als ihr Markenzeichen – Seminare für Praktische Bibelarbeit mit Erwachsenen, in denen sie über Jahre hin viele MultiplikatorInnen für die Bibelpastoral schulte. Als im Jahr 1981 die Professur für Altes Testament gleichsam "über Nacht" vakant wurde, leistete sie bis Sommer 1983 deren Vertretung und musste den Großteil der Lehre allein abdecken. Auch danach nahm sie bis 1994/95 weiterhin Lehraufträge an der Uni wahr, verließ die Assistenzstelle aber 1987 zugunsten ihrer Tätigkeit als Professorin an der Pädagogische Akademie (heute Hochschule) der Diözese Linz und im Linzer Bibelwerk. In diesen beiden Positionen diente sie bis zu ihrer Pensionierung im Jahr 2000. Doch auch dann blieb sie der Linzer "Biblischen und bibelpastoralen Community" – nicht zuletzt durch ehrenamtlichen Einsatz und durch finanzielle Unterstützungen – weiterhin freundschaftlich verbunden. 

1999 wurde sie zur Oberstudienrätin ernannt. 2008 erhielt sie das Goldene Verdienstzeichen des Landes Oberösterreich. 

Roswitha Unfried litt seit ihrer Jugend an gesundheitlichen Einschränkungen und musste seit 2002 eine schwere Auto-Immunerkrankung ertragen. Am vergangenen Freitag früh starb sie im Altenheim Rudigier. Sie selbst hatte die beiden Schlussverse von Psalm 30 als Hoffnungs- und Sehnsuchtsfazit ihres Lebens bezeichnet. Mögen sie sich an ihr bewahrheiten. 

Da hast du mein Klagen in Tanzen verwandelt, 
hast mir das Trauergewand ausgezogen und mich mit Freude umgürtet. 
Darum singt dir mein Herz und will nicht verstummen. 
Herr, mein Gott, ich will dir danken in Ewigkeit. 

Gebetet wird für die Verstorbene am Dienstag, 25. August 2020 um 17:45 Uhr im Linzer Mariendom

Der Begräbnisgottesdienst wird am Mittwoch, 26. August 2020 um 8:00 Uhr in der Pfarrkirche Linz-St. Konrad am Froschberg gefeiert. 

Das Begräbnis findet am Mittwoch, 26. August 2020, um 10:00 Uhr auf dem St. Barbara Friedhof in Linz statt. 

Am 29. Juli 2020 ist Dr. Gabriel Ramin Schor verstorben. Der 1967 geborene Kunst- und Kulturhistoriker, Philosoph und Filmemacher war in den Jahren 2014 bis 2017 als externer Lehrbeauftragter am damaligen Institut für Kunstwissenschaft und Philosophie (IKP) der Katholisch-Theologischen Privatuniversität Linz unserem Haus verbunden. Er hat mit drei Lehrveranstaltungen und einem Gastvortrag Lehre und Forschung an der KU Linz bereichert. Insbesondere sein kulturwissenschaftlicher und philosophischer Zugang bei der Auseinandersetzung mit Kunstwerken fand unter Studierenden großen Zuspruch. 

Nach seinem Studium der Philosophie sowie der Theologie, Kunstgeschichte, Soziologie und Psychologie lehrte er an verschiedenen Universitäten, u.a. an der Universität für Angewandte Kunst Wien, am Institut für Kunstgeschichte der Universität Wien und zuletzt insbesondere an der Kunstuniversität Linz.

Die Verabschiedung findet am 21. August 2020 um 14:00 Uhr in der Baumbestattung Klosterwald (Schönstatt) am Kahlenberg in Wien statt. Treffpunkt: Schönstatt am Kahlenberg, Sulzwiese-Kahlenberg, 1190 Wien.

Univ.-Prof. Dr. Christoph Niemand
Rektor 

18.8.2020/he