Schrift:
A
A+
A++
Kontrast

Ass.-Prof. Judith Klaiber über den Erfolg von Verschwörungsmythen.

Aktuell kursieren neben wissenschaftlichen Fakten zahlreiche Fehlinformationen in Bezug auf COVID-19. Dr. Judith Klaiber, Assistenzprofessorin der Pastoraltheologie an der Katholischen Privat-Universität Linz, erläutert in einem Interview mit dem Deutschlandfunk, warum Menschen in Zeiten der Corona-Pandemie Ursachen und Antworten in Verschwörungstheorien suchen.

Die Theologin Judith Klaiber begründet den Erfolg von Verschwörungsmythen damit, dass "hoffnungsvolle Zukunftsperspektiven verloren" gegangen seien. Im "krisenhaften Brennglas" der Corona-Pandemie flüchteten Menschen aus der Unbeständigkeit und Komplexität in Verschwörungsmythen, weil diese "Deutungsmuster und scheinbare Fakten liefern und Teilhabe bieten an einer Art Heldengeschichte in einem uralten Kampf von Gut gegen Böse".

Kritik übt die Assistenz-Professorin für Pastoraltheologie auch an einem Manifest, das mehrere Kardinäle und Erzbischöfe unterschrieben hatten. Darin wird unter anderem davor gewarnt, die Corona-Pandemie solle genutzt werden, um eine Weltregierung zu schaffen, "die sich jeder Kontrolle entzieht". Sie fordert Sanktionen. "Ich wünsche mir eine klare Sprache, die klar einordnet, worauf dieses Manifest eigentlich abzielt." Sie frage sich, "wieso wir so viel Energie, Aufmerksamkeit, Zeit und Ressourcen für diese Verschwörungsmythiker verwenden." Es wäre besser, gemeinsam "positive Zukunftsideen" zu entwickeln und danach zu suchen, was "unsere plurale Gesellschaft zusammenhält".

Den gesamten Beitrag können Sie hier nachhören.

Quelle: Benedikt Schulz für den Deutschlandfunk im Gespräch mit Judith Klaiber.

25.5.2020/kd

Ass.-Prof.in Dr.in Judith Klaiber. (c) Joseph Krpelan

Ass.-Prof.in Dr.in Judith Klaiber.