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Severinakademie: Christentum und neorechte Parteien in Europa.

Zum Thema "Allianzen zwischen Christentum und neorechten Parteien in Europa" referierte a.o. Univ. Prof. DDr. Hans Schelkshorn, Vorstand der Instituts für Christliche Philosophie an der Universität Wien, im Rahmen der 19. Severinakademie am 10. Jänner 2017 an der KU Linz.


a.o. Univ. Prof. DDr. Hans Schelkshorn.
a.o. Univ. Prof. DDr. Hans Schelkshorn referiert im Rahmen der 19. Severinakademie.

„Ich spreche heute zu Ihnen vor allem als Philosoph, aber auch als Christ und als Staatsbürger,“ begann Univ. Prof. DDr. Hans Schelkshorn seinen Vortrag, der sich dann gemäß dieser drei Positionen an der Analyse und Geschichte der neoliberalen Bewegungen in Europa, deren Widerspruch zur christlichen Identität und den Konsequenzen und Gefahren der Erstarken dieser Bewegungen in und für Demokratien orientierte.

Sorgfältig und anschaulich stellte der Philosoph Schelkshorn die Ursprünge und Ideologien der neorechten Parteien seit den 70er Jahren, ihre Abgrenzungen und Parallelen zu Nationalsozialismus und faschistischen Bewegungen dar. Rückblicke in die europäische Geschichte und Philosophie sowie konkrete Beispiele aus Parteiprogrammen und Reden aus Österreich und Ungarn bereicherten den Abend. Als Christ erläuterte Schelkshorn weshalb für Ihn neorechte und christliche Ideen nicht zusammen geführt werden können. Dabei beschrieb er die christliche Entwicklung der Menschenrechte aus dem Frühchristentum und führte sie mit den politischen Entwicklungen, speziell um die Französische Revolution, zusammen. Er versäumte nicht auch die Allianzen von Kirche(n) und faschistischen Systemen zu analysieren und auf deren immer wiederkehrende Koalitionen hinzuweisen.

Aus Zeitgründen musste der dritte Punkt sehr gekürzt werden, doch die staatsbürgerliche Ausführung des Universitätsprofessors wurde bei der anschließenden Diskussion gefordert und sein Engagement für als äußerst gesellschaftsrelevant gelobt. Im Schlusszitat von Albert Camus mahnt der Existentialist und Widerstandskämpfer, dass es an Klarheit fehle, die die Allianzen von Christentum und Faschismus verurteilen. Zum anderen lädt er gerade auch die Christen dazu ein, mit an einer Civitas des Dialogs zu bauen. Gerade dazu trugen der gestrige Abend, der Vortrag, die anschließende Diskussion und auch so manche Gespräche beim anschließenden Empfang, bei. Für die musikalische Gestaltung sorgte der Musikstudent Valentin Steinsiek, der mit Findigkeit auch vierhändige Werke mit zwei Händen präsentierte. Die Stückauswahl stellte, wie zum Beispiel die ungarischen Tänze von Brahms eine augenzwinkernde Hommage an das Vortragsthema dar.

v.li.: Vorsitzender des fss Paul Stepanek, Referent Hans Schelkshorn, Pianist Valentin Steinsiek, Organisationsreferentin des fss Theresa Stampler.
v.li.: Vorsitzender des fss Paul Stepanek, Referent Hans Schelkshorn, Pianist Valentin Steinsiek, Organisationsreferentin des fss Theresa Stampler.

Die Severinakademie ist eine Veranstaltung des "Forum St. Severin für christliche Spiritualität, Bildung und Kunst", dieses ist Teil der Katholischen Aktion und des Katholischen Akademikerverbandes Österreichs (KAVÖ).

a.o. Prof. Dr. Dr. Hans Schelkshorn ist Vorstand des Instituts für Christliche Philosophie der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Wien. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben Religionsphilosophie auch Ethik, politische Philosophie und lateinamerikanische Philosophie. Er ist Präsident der Wiener Gesellschaft für interkulturelle Philosophie und Herausgeber von „Polylog – Zeitschrift für interkulturelles Philosophieren“.

12.01.2017/fss/he


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