Schrift: A A+ A++ | Kontrast

Internationale Ökumene-Tagung zum Thema Liturgie in Linz.

25 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den USA über die Niederlande, Rumänien bis nach Indien kamen von 7. bis 10. Februar 2017 nach Linz, um im Rahmen der Tagung "Liturgie als Chance und Herausforderung für die Ökumene" über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Gottesdienstfeiern zu diskutieren. Veranstaltet wurde die Konferenz von der Katholischen Privat-Universität Linz gemeinsam mit PRO ORIENTE.


Pro Oriente-Präsident Johann Marte eröffnet die Tagung.
Pro Oriente-Präsident Johann Marte eröffnet die Tagung. (c) Pro Oriente

Was sind die Beiträge der Liturgiewissenschaft für die Einheit der Kirchen? Wie kann ein gemeinsames gottesdienstliches Feiern aussehen? Die vier großen kirchlichen Traditionsfamilien, katholisch, orthodox, orientalisch-orthodox und evangelisch, feiern bereits gemeinsam, jedoch je nach Region auf verschiedene Weise. So gibt es etwa in Deutschland eine lange Tradition das Stundengebet gemeinsam zu beten.

Zu Beginn der Konferenz hielten die evangelische Priesterin Dr. Dorothea Haspelmath-Finatti (Wien), Priester Father Baby Varghese (Indien) und die katholische Theologin Dorothea Sattler (Münster) Eingangsstatements. In einem weiteren Schritt wurden in drei Gruppen (historisch, systematisch, praktisch) neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse präsentiert, die einen neuen Schritt in der Ökumene darstellen können. Dabei wurde war in jedem Workshop eine Präsentation der jeweiligen Traditionsfamilie vertreten, so dass bei möglichen Missverständnissen gleich nachgefragt und geklärt werden konnte.

Drei Bereiche kristallisierten sich nach langen gemeinsamen Arbeiten heraus, welche in weiteren Konferenzen vertieft werden sollen: Zum einen eine gemeinsame Heiligenverehrung und Kalenderforschung – besonders in Hinblick auf die modernen Märtyrer, weiters das eschatologische Moment in der Liturgie sichtbar zu machen und schließlich die Inkulturation als fortschreitender Prozess: Werden Veränderungen bewusst wahrgenommen?

Im Rahmen eines öffentlichen Abendvortrags an der Katholischen Privat-Universität Linz stellte der Grazer Liturgiewissenschaftler Basilious J. Groen die gängigen Überlegungen für ein gemeinsames Osterdatum der Kirchen und die traditionell gewachsenen Hindernisse dar. Diese über Jahrhunderte gewachsenen Vorbehalte zwischen den Kirchen stehen einer Einigung häufig im Weg. Jedoch gibt es positive und vielversprechende theoretische Ansätze und praktische Umsetzungen für eine Einigung. Z. B. wird in Teilen Indiens bereits Ostern am selben Termin gefeiert. Natürlich bildet dies eine Ausnahme. Deutlich wird aber, dass es möglich ist, sich zu einigen, wenn die äußeren Umstände es verlangen. Gerade auch Papst Franziskus und auch der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. thematisieren die Frage nach einem gemeinsamen Osterdatum immer wieder und immer öfter. Gerade für konfessionsverschiedene Familien würde es eine deutliche Erleichterung bedeuten, wenn die hohen Festtage der Kirche (zumindest zeitlich) gemeinsam gefeiert werden könnten.

PRO ORIENTE-Präsident Johann Marte betont, dass die Gemeinschaft, die im Rahmen dieser Konferenz bereits sichtbar geworden ist, ein positives Signal für alle Kirchen und die Gläubigen sein kann.

15.02.2017/he

TeilnehmerInnen an der Tagung "Liturgie als Chance und Herausforderung für die Ökumene".
Gruppenbild der Tagungs-TeilnehmerInnen. (c) Pro Oriente

Hauptmenu