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Rektor Franz Gruber: Medien als "vierte Macht" unverzichtbar.

In Demokratien und in der liberalen Öffentlichkeit sind Medien als die "vierte Macht im Staat" unverzichtbar. Der Rektor der Katholischen Privat-Universität (KU) Linz, Franz Gruber, begründet dies mit deren wichtiger Funktion - "die der Information der Öffentlichkeit und des Diskurses, der Auseinandersetzung, der Debatte". Ihre Kontrolle diene dem Erhalt der Demokratie sowie der Freiheit, müsse doch ihr Selbstanspruch sein, "das Manipulatorische von Macht aufzudecken", sagte der Theologe in einem Interview für die aktuelle Ausgabe der Linzer "KirchenZeitung" anlässlich der aktuellen Entwicklungen in den USA nach der Wahl von Donald Trump zum Präsidenten.


Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Rektor der KU Linz. Foto: OÖN/Weihbold
Univ.-Prof. Dr. Franz Gruber, Rektor der KU Linz. Foto: OÖN/Weihbold

Die sogenannten "illiberalen" Demokratien, die von der Neuen Rechten propagiert würden, tun laut Gruber alles, um Medien zu diffamieren. Ebenso habe dies auch zugetroffen, als Trump Berichte über seine Angelobung und die Zuschauerzahl dabei als Lüge abtat und sich auf "alternative Fakten" berief. "Bei Trump sieht man das wunderbar, wenn er sagt, er stehe im Krieg mit den Medien", so Gruber. "Barack Obama hat hingegen die Medienvertreter aufgerufen, kritisch zu fragen und der Macht auf die Finger zu schauen."

Macht laufe immer Gefahr, intransparent, undemokratisch und gewaltbereit zu werden, wies der KU-Rektor hin. Eines der ersten Zeichen für repressive Systeme und Diktaturen sei die Beschränkung der Medien. Auch Amerika habe während des Vietnam- oder Irakkrieges Zensur verhängt. Medien könnten auch manipulieren, sie brauchen nach der Überzeugung Grubers "selbst einen inneren Pluralismus und ein Ethos der Wahrheitsverpflichtung".

In Bezug auf Wahrheit seien Menschen auf den Dialog und auf andere Sichtweisen angewiesen, merkte Gruber grundsätzlich an. "Wir haben nicht die absolute Wahrheit, wir müssen die Wahrheit suchen, je neu." Einen Maßstab erfordere auch moralisches Handeln. Der Linzer Theologe erinnerte an Gotthold Ephraim Lessings Stück "Nathan der Weise", in dem die Ringparabel den Streit um die Wahrheit auf die Lebenspraxis verlege: "Die Praxis der Gottes- und Nächstenliebe und der Gewaltlosigkeit ist das Kriterium für Wahrheit. Ich denke, das ist bis heute gültig."

Quelle: KATHPRESS. Linz, 2.2.2017 (KAP) rme/per/

Image schlägt Wahrheit. Das Interview in der KirchenZeitung zum Nachlesen.


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