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Tag des Judentums: Prof. Hubmann zur christlichen Leseweise des AT.

Knapp 100 Interessierte, darunter Bischof Manfred Scheuer und Bischof em. Maximilian Aichern, konnte das christlich-jüdische Komitee OÖ zum Vortrag von Prof. Franz Hubmann zum diesjährigen Tag des Judentums an der KU Linz begrüßen. In dichter und konzentrierter Atmosphäre ging der Referent der Frage nach: „Ist die christliche Leseweise des Alten Testaments antijüdisch?“

Beginnend beim Neuen Testament, über Texte aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten und des Mittelalters bis hin zum zweiten Vatikanischen Konzil und zu Texten aus dem 21. Jahrhundert präsentierte Univ.-Prof. em. Dr. Franz Hubmann verschiedene, christliche Lese- und Deutungsweisen des Alten Testaments und Sichtweisen auf das Judentum.

Nach teilweise irritierende Zitaten und schwer nachvollziehbaren Deutungen des Alten Testaments von Autoren (v.a. der ersten Jahrhunderte) wurde der Blick auch auf die Literaturgattung der Dialoge gelenkt, die mit Justin und seinem Dialog mit dem Juden Tryphon Mitte des 2. Jahrhunderts ihren Anfang nahm. Darin kommt erstmal auch die jüdische Gegenseite zu Wort. Auch aus dem Mittelalter sind Dialog-Texte überliefert, die jedoch von einer anderen Ausgangsbasis geprägt sind: Der Christ steht nun einem rabbinisch hoch gebildeten Juden – meist hoffnungslos – gegenüber.

Auf großes Interesse stießen auch die Erklärungen und Deutungen Prof. Hubmanns von mittelalterlichen Darstellungen von Christentum und Judentum anhand der Personifizierungen „Ecclesia et Synagoga“.

Die Bronzeskulptur  „Ecclesia et Synagoga“ von Joshua Koffman aus dem 21. Jahrhundert, in der beide Frauen gekrönt – jeweils eine Schriftrolle bzw. ein Buch haltend – sich beinahe anblickend nebeneinander gleichberechtigt platziert sind – sorgte für große Zustimmung beim Publikum und für eine positive Zukunftsvision. Darüber und über andere Fragen des christlich-jüdischen Dialogs wurden im Plenum und anschließend bei koscherem Wein noch interessante und wichtige Diskussionen geführt.

23.1.2018/Gudrun Becker/he

Univ.-Prof. em. Dr. Franz Hubmann.

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