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Exkursion thematisiert Architektur, Städtebau und Interieur.

Architektur und Interieur gestalten Wohnraum als räumliche Organisation und als individuelles "zu Hause". Die Wohnung verkörpert Lebensraum und Lebensstil und dient zugleich als Repräsentationsraum des sozio-ökonomischen Status und des kulturellen Selbstverständnisses. Im Zentrum der Exkursion des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur von 6. bis 10. November 2017 stand die Frage nach dem "wie wohnen?" im 20. und 21. Jahrhundert.

Wohnpark Alterlaa. Gipsmodell in der Ausstellung "Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch?" im Architekturzentrum Wien.
Wohnpark Alterlaa. Gipsmodell in der Ausstellung "Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch?" im AzW. (c) KU Linz/Julia Rüdiger

Im Zuge von Industrialisierung und Urbanisierung wächst der Entwicklungsdruck auf den städtischen Wohnungsbau, der damit Projektionsfläche ästhetischer Theorien, sozialer Reformen und utopischer Gesellschaftsentwürfe wird. Der Traum vom Eigenheim im Grünen und die Ideologie der Gartenstadt stehen im scharfen Kontrast zu Arbeitersiedlungen und dem Wohnungsbau für das Existenzminimum. ArchitektInnen des 19. und 20. Jahrhundert sehen sich als Architektur- und GesellschaftsreformerInnen: neue Wohn- und Siedlungsformen sollen auf neue Lebensmodelle – von der Großfamilie zum Single – und emanzipatorische Bestrebungen antworten.

Auf der Exkursion wurden unterschiedliche Lebens- und Wohnformen sowie Architektur und Interieur diskutiert. Dabei standen Architekturkonzepte, Design-Entwürfe, soziale Reformansätze, geschlechterspezifische Entwicklungen und Erziehungskonzepte, die Vielfalt des Traums von guten Leben, utopische Projektionen, technische Faszinationen sowie Fragen der bürgerlichen Repräsentation gleichermaßen im Zentrum.

Ausgehend von historischen Wohnmodellen [u.a. dem Zacherlhaus (Jože Plečnik, 1903-05), dem Karl-Marx-Hof (Karl Ehn, 1927-30)] und der Werkbundsiedlung (Josef Frank und zahlreiche weitere Architekten, 1932) und Reformkonzepten der Nachkriegszeit [u.a. der Per-Albin-Hansson-Siedlung Ost (Carl Auböck, Wilhelm Kleyons, u.a., 1966-77) und dem Wohnpark Alterlaa (Harry Glück, Franz Requat, Thomas Reinthaller, Kurt Hlaweniczka, 1973-85)] wurden aktuelle Städtebauprojekte (Seestadt Aspern) und Modelle des partizipativen Wohnens (Sargfabrik) besichtigt. Ein Stadtplanungsworkshop im Technischen Museum überführte das Wissen um historische Reformwohnprojekte in experimentelle Studien der eigenen Siedlungs- und Wohnraumplanung.

Mehr Fotos von unserer Exkursion finden Sie auf dem Instagram-Account des Instituts für Geschichte und Theorie der Architektur: www.instagram.com/architektur_geschichte_theorie/

13.11.2017/jr/he

Und wie würden wir das gute Wohnen planen? Stadtplanungsworkshop im Technischen Museum Wien anhand eines Modells der Seestadt Aspern.

Das Terrassenglück im Megablock? Gipsmodell Wohnpark Alterlaa. Besuch der Ausstellung "Das Terrassenhaus. Ein Wiener Fetisch?" im Architekturzentrum Wien.

Einblicke und Durchblicke. Hier in dem heutigen Bridge Club, ehemals Wohnung Emil Löwenbach, 1912/13 ausgestattet von Adolf Loos.

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